Thomas Werner aus Kassel nimmt erneut am Ultra-Marathon in Kanada teil

Laufen bei 45 Grad minus

Der Marathon Yukon Artica Ultra: Aus der ganzen Welt kommen Sportler, um sich der Herausforderung zu stellen. Fotos: Privat/nh, Göbel

Kassel. Mit einem Huskie, Proviant und Schlafsack durch die Wälder Kanadas laufen, dazu Temperaturen von bis zu minus 45 Grad Celsius: Für viele Menschen ist das eine unvorstellbare Extremsituation. Für den 39-jährigen Thomas Werner aus Kassel ist das eine Herausforderung: Im Februar 2011 nahm er mit seiner Huskiehündin Basic am Yukon Artica Ultra (YAU) im kanadischen Whitehorse teil. Auch in diesem Jahr ist er wieder dabei. Der YAU ist ein Ultra-Marathon, bei dem man Strecken von 42, 160, oder 480 Kilometer läuft.

Dieses Jahr will sich Werner statt der Strecke von 160 Kilometern, die er 2011 in 48 Stunden gelaufen ist, an die Strecke über 480 Kilometer heranwagen. Dafür haben die Teilnehmer bloß acht Tage Zeit. Es müssen also mindestens 64 Kilometer pro Tag zurückgelegt werden.

Das Gepäck ziehen die Teilnehmer in einem Transportschlitten hinter sich her. Bei einem Rennen unter solch extremen Bedingungen, ist viel Vorbereitung nötig: „Seit drei Jahren laufe ich pro Woche etwa 50 Kilometer“, sagt Werner, der in der Bunsenstraße Tiertransportbehälter vertreibt. Um sich auf die eisigen Temperaturen vorzubereiten, verbrachte der Kasseler ein Wochenende auf dem Brocken, wo er, nur in einem Schlafsack eingewickelt, im Schnee schlief. Genauso wichtig wie die körperliche Vorbereitung sei eine intakte Ausrüstung, erklärt der Hobbyläufer. Dazu gehören ein Bunsenbrenner, ein Feuerzeug, ein Schlafsack sowie Verpflegung. Auch psychisch müsse man sich gut vorbereiten: Er mache sich im Vorfeld viele Gedanken, ob alles gut geht. Unsicherheit und die Angst vor Fehlern würden sich bemerkbar machen. „Da hilft nur eine gute Planung“, sagt Werner.

Allein in der Wildnis

Trotz der Zahl von 100 Teilnehmern, die an den Start gehen, sei man auf sich allein gestellt. Zwar würden die Läufer auch mal in Gruppen unterwegs sein, es gebe aber nur alle 50 Kilometer eine Kontrollstation, berichtet der Kasseler von seinem letzten Lauf. Geschehe etwas Unvorhergesehenes, könne es sehr lange dauern, bis die Rettungskräfte vor Ort seien. Noch sei aber nie etwas schlimmeres passiert, sagt Werner, obwohl auch Bären in den Wäldern leben würden. „Die schlafen nachts und sind somit keine Gefahr“, erklärt der durchtrainierte Sportler selbstbewusst.

Das erste mal von dem Marathon in Kanada habe er im Internet gehört. Seine Lebensgefährtin sei anfangs zwar nicht begeistert gewesen, dennoch meldete er sich für das Rennen an.

Vor dem Beginn habe er ein Überlebenstraining absolvieren müssen. Dann ging es los. So laufe es auch diesmal wieder, sagt Werner, ehe er Anfang Februar mit seinen Huskies Basic und Edge den 480 Kilometer-Marathon angeht.

Von Daniel Göbel

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