Nach "Leaving Neverland"-Doku

Warum diese Kasselerin nicht an die Missbrauchs-Vorwürfe gegen Michael Jackson glaubt

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Lisa Hochmuth: Hier erzählt sie, warum die angeblichen Missbrauchsopfer ihrer Ansicht nach lügen.

Auch nach der Doku "Leaving Neverland" bleibt Michael Jackson für die Kasselerin Lisa Hochmuth unschuldig. Hier erzählt sie, warum die angeblichen Missbrauchsopfer ihrer Ansicht nach lügen.

Lisa Hochmuth hat sich wirklich sehr viel Mühe gegeben, die Doku "Leaving Neverland" über den angeblichen Pädophilen Michael Jackson zu sehen. Aber nach zwei von vier Stunden konnte die Kasselerin nicht mehr und schaltete den Fernseher aus. Der Film des britischen Regisseurs Dan Reed lässt zwei Männer zu Wort kommen, die behaupten, als Kinder vom King of Pop jahrelang missbraucht worden zu sein.

Einige Zuschauer sagen, sie könnten nach der Doku keine Lieder von Jackson mehr hören. Hochmuth hingegen glaubt nun erst recht, dass sich Wade Robson und James Safechuck ihre Geschichten ausgedacht haben müssen. "Sie erzählen Sachen, die eindeutig so nicht stattgefunden haben", sagt die 35-Jährige.

Hochmuth, die mittlerweile als PR-Beraterin in Hamburg lebt, ist selbst Mutter eines Sohnes und weiß, dass es kaum etwas Schrecklicheres als Missbrauch gibt. Sie würde den Opfern gern glauben. Sie ist aber auch seit 26 Jahren Michael-Jackson-Fan und kennt sich aus mit den Vorwürfen, denen der Superstar bis zu seinem Tod 2009 immer wieder ausgesetzt war und die durch "Leaving Neverland" nun noch ungeheuerlicher erscheinen.

Dieser Beitrag stammt von der Video-Plattform Glomex und wurde nicht von HNA.de erstellt.

Michael Jackson: Offener Brief von Freunden

Hochmuth ist eng befreundet mit der Familie Schleiter aus Hamburg. Franziska und Anton Schleiter verbrachten ab 1995 als Kinder wie Robson und Safechuck viel Zeit mit Jackson. 2006 reiste der Musiker sogar zu ihnen in den Hamburger Stadtteil Niendorf. Weder die Kinder noch die Eltern Marlies und Wolfgang haben sich bislang zu ihrem Verhältnis zu Jackson geäußert - bis sie auf ihrer Webseite unter dem Titel "Genug ist genug" nun einen offenen Brief veröffentlichten. Darin heißt es, dass "Michael sich niemals unangemessen gegenüber uns verhalten hat und wir ihn niemals verdächtigt haben, anderen so etwas angetan zu haben". Er habe das Wohl anderer immer über sein eigenes gestellt. Kurzum: "Er war der beste Freund, den wir uns vorstellen konnten."

So nah wie die Schleiters ist die Nordhessin Hochmuth ihrem Idol nie gekommen. Etwa 20 Mal hat sie ihn live gesehen - unter anderem im Berliner Zoo und am dortigen Flughafen. 2002 war das beim legendären Besuch des Amerikaners in der Hauptstadt. Seinen Sohn, den damals neun Monate alten Prince Michael II., hielt er aus dem Fenster des Hotels Adlon, so als würden die Gesetze der Schwerkraft für Superstars nicht gelten. Auch bei fünf Konzerten stand Hochmuth in der Fan-Menge.

Ist Michael Jackson unschuldig? Proteste von Fans am Denkmal für den King of Pop in München.

Michael Jackson: FBI überwachte ihn

"Michael hat sich nie wie ein Erwachsener verhalten", sagt sie, aber für sexuellen Missbrauch gebe es "keinen einzigen handfesten Beweis". Sie verweist auf die Seite "LeavingNeverlandFacts", auf der Jacko-Fans die Ungereimtheiten der Doku aufgelistet haben. Hochmuth glaubt, dass die beiden mutmaßlichen Opfer, die in einem Missbrauchsprozess einst unter Eid für Jackson ausgesagt hatten, nun nicht ganz uneigennützig handeln. Robson, der sich als Choreograf für Stars wie Britney Spears einen Namen gemacht hat, sei "seit vielen Jahren überhaupt nicht mehr gut im Geschäft, weil er sich die Karriere selbst versaut hat". Zudem würden seine und die Aussagen anderer vermeintlicher Opfer wie die Zeilen aus dem Buch "Michael Jackson was my lover" klingen, das der umstrittene chilenische Journalist Victor Gutierrez bereits 2005 veröffentlicht hat: "Alle scheinen voneinander abzuschreiben."

Hochmuth stört vor allem, dass "das Fernsehen nun Polizei spielt". Wäre etwas gewesen, hätten es die Behörden wie das FBI, das Jackson jahrelang heimlich überwacht habe, längst gefunden. Die Wahl-Hanseatin kann verstehen, dass nun einige zweifeln an der Unschuld ihres Idols. Sie selbst hat ihr Urteil jedoch gefällt: Michael ist unschuldig. Sollte es irgendwann aber doch noch Beweise geben, dass Jackson ein Kinderschänder war, hat sie ebenfalls eine eindeutige Haltung: "Dann würde ich seine Musik nicht mehr hören. Das würde alles in ein anderes Licht rücken."

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