Heilhaussiedlung in Rothenditmold ist fertig – Bau kostete über zehn Millionen Euro

Ein Leben in der Gemeinschaft

Einzug: In die letzten beiden Häuser der Heilhaussiedlung sind jetzt die Bewohner eingezogen. Damit ist die Wohnsiedlung in Rothenditmold vollendet. Foto: Konrad

Rothenditmold. Die Heilhaussiedlung im Stadtteil Rothenditmold ist vollendet. Auf dem ehemaligen Industriegelände an der Brandaustraße sind seit 2006 acht zwei- bis dreigeschossige Wohngebäude mit insgesamt 88 Wohnungen entstanden, 17 davon sind barrierefrei. Dort leben und arbeiten rund 140 Menschen jeden Alters.

10,6 Millionen Euro hat die Heilhaus-Stiftung Ursa Paul laut deren Vorsitzendem Gerhard Paul in den Bau der Siedlung investiert. Damit ist es eine der größten Investitionen in den Wohnungsbau in Kassel in den vergangenen zehn Jahren. Realisiert worden ist der Bau zusammen mit der Baugenossenschaft Gemeinschaftliches Leben.

Die Jüngste ist fünf Jahre

Mitte vergangenen Jahres hatte der Bau der letzten beiden Häuser mit 19 Wohnungen begonnen. Jetzt sind dort 35 Menschen eingezogen. Die Jüngste ist fünf Jahre alt, Peter Lösche ist mit 74 Jahren der älteste Bewohner. „Mir gefällt das gemeinschaftliche Zusammenleben aller Generation“, sagt er. Bevor er in den Ruhestand ging, hatte er ein Professur für Politikwissenschaft an der Universität Göttingen. Dort leben auch seine drei Enkelkinder. Mit seiner Frau Barbara Lösche-Schaffrath (60) ist er eigens von Berlin nach Kassel gezogen.

Ambulanter Pflegedienst

Auf dem Gelände der Siedlung gibt es eine Kindertagesstätte, eine Schule für schwerkranke Kinder- und Jugendliche sowie Praxen für Logopädie, Ergotherapie und Akupunktur. Der ambulante Pflegedienst sowie das medizinische Versorgungszentrum Heilhaus mit einer allgemeinmedizinischen und psychotherapeutischen Praxis befindet sich im Mehrgenerationenhaus Heilhaus.

Für Ältere und Menschen, die Unterstützung brauchen, gibt es laut Matthias Tunnemann, Vorsitzender der Baugenossenschaft, ein betreutes Wohnen. Zudem stehen Gästeappartements Menschen zur Verfügung, die die Angebote im Heilhaus wahrnehmen und in der Gemeinschaft leben wollen. Laut Paul, der

selbst in der Siedlung wohnt, ist die Nachfrage nach dieser Wohnform groß, die Warteliste lang. Zwei barrierefreien Wohnungen sind an gehbehinderte Menschen vermietet, die im alltäglichen Leben auf Unterstützung angewiesen sind und bisher in einer stationären Einrichtung lebten. Sie werden von ambulanten Pflegedienst der Heilhaussiedlung betreut. Der Rest der Wohnsiedlung besteht aus Eigentumswohnungen.

Jung und Alt

Dem Stiftungsvorsitzenden zufolge prägen das alltägliche Leben in der Siedlung das Miteinander von Jung und Alt, gegenseitige Unterstützung, die Beteiligung am sozialen und kulturellen Leben des Stadtteils sowie ehrenamtliches Engagement. (mkx)

• Am Samstag, 31. August, laden das Heilhaus und die Bewohner der Siedlung ab 14 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. www.heilhaus.org

Von Mirko Konrad

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