Ein Leben ohne Schnarchen: HNO-Arzt Dr. Ulf Kuhlemann gibt Tipps

Schnarchfrei durchs Leben

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Dr. Ulf Kuhlemann: Der HNO-Arzt behandelt bereits seit 20 Jahren Patienten in seiner Kasseler Praxis. 

Kassel. Schnarchende Partner sind eine Belastungsprobe für Beziehungen: In einer Forsa-Umfrage für die Initiative „Deutschland schläft gesund“ gaben 74 Prozent der Frauen und 61 Prozent der Männer an, dass ihr Partner schnarcht.

13 Prozent der Paare haben aus diesem Grund getrennte Schlafzimmer. Doch nicht nur für die Beziehung kann die nächtliche Geräuschkulisse gefährlich werden – regelmäßiges Schnarchen kann auch ein Vorbote von ernsthaften, manchmal sogar lebensbedrohlichen Krankheiten sein, weiß der Kasseler HNO-Arzt Dr. Ulf Kuhlemann, der in diesem Jahr das 20-jährige Bestehen seiner Praxis feiert.

Das Spektrum des Schnarchens reicht dabei vom gelegentlichen Schnarchen – etwa infolge von Alkohol, Übergewicht oder der Einnahme von Schlafmitteln – bis hin zum apnoischen Schnarchen. „Dabei kommt es zu nächtlichen Atemaussetzern, die zu einer gefährlichen Absenkung des Sauerstoffgehalts im Blut führen können“, sagt der HNO-Arzt.

Die Folgen können Erschöpfungszustände, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sein. „Im schlimmsten Fall kann sogar ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt drohen“. Spätestens wenn nächtliche Atemaussetzer auftreten, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen. Sinnvoll sei außerdem eine Untersuchung im Schlaflabor, um den Umfang des Schnarchens abzuklären.

Neben organischen und neurologischen Ursachen können anatomische Faktoren wie Verengungen in der Nase mitverantwortlich für das Schnarchen sein, etwa durch eine verbogene Nasenscheidewand, Polypen und Schleimhautschwellungen, aber auch Kieferfehlstellungen. Zu den häufigsten anatomischen Ursachen zählen Kuhlemann zufolge außerdem ein zu schlaffes Gaumensegel und ein zu großes Zäpfchen. Oft träfen mehrere dieser Faktoren zusammen.

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„Anatomische Ursachen des Schnarchens lassen sich in der Regel mit einer Operation korrigieren“, sagt der HNO-Facharzt. In der Nasen- und Gaumenchirurgie seien die Laser- und Radiofrequenz-Therapie (Ultraschall) bewährte Methoden für einen schonenden und schnell heilenden Eingriff. Bei einem zu schlaffen Gaumensegel und einem zu großen Zäpfchen beispielsweise wird laut Kuhlemann das Zäpfchen etwas gekürzt und der Gaumenbogen neu strukturiert, sodass sich der Abstand zwischen Zäpfchen und der Rachenhinterwand vergrößert.

Kommen außerdem Verengungen in der Nase hinzu, die die Luftzufuhr hemmen, könnten auch diese in einer kombinierten Operation korrigiert werden.

Bei mehr als 80 Prozent der Patienten könne so das Schnarchen behoben oder deutlich reduziert werden. „Aktuelle wissenschaftliche Studien haben bestätigt, dass sich Operationen nicht nur positiv auf das Schnarchen auswirken, sondern auch die negativen Folgen des Schnarchens positiv beeinflussen können“, sagt Kuhlemann. Das bestätigten auch die Fallzahlen in der Praxis.

„Solche Operationen sollten jedoch nur von entsprechend ausgebildeten HNO-Chirurgen vorgenommen werden“, sagt Kuhlemann. Eine Alternative zur Operation kann das nächtliche Tragen einer Sauerstoffmaske sein. Allerdings sei die Akzeptanz für das Tragen solcher Maske bei vielen Patienten sehr gering.  veg

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