Vision-Tec liefert in alle Welt

Leergut-Sortiertechnik aus Kassel: Sie erkennt jede Flasche

Sortierroboter: Anlagen wie diese gehören zur Spezialität von Vision-Tec. Das mittelständische Unternehmen ist unlängst von Fuldabrück in die Otto-Hahn-Straße in Kassel umgezogen. Fotos: Schachschneider 2/Vision-Tec1

Kassel. Brauereien, Mineralbrunnen, Safthersteller: Wo immer Pandflaschen verwendet werden, ist Technik von Vision-Tec gefragt. Ohne deren Erkennungsysteme und Sortierroboter geht nichts.

Die Kiste mit unterschiedlichen leeren Mehrweg-Pfandflaschen fährt rasch in die Anlage der Kasseler Vision-Tec GmbH ein. Ein aufwändiges, rechnergestütztes Kamerasystem fotografiert sie binnen Sekundenbruchteilen aus mehreren Blickwinkeln, identifiziert Kiste und Flaschen an Größe, Form, Farbe und Relief-Aufdrucken und gibt die Informationen in Echtzeit an den nachgeschalteten Leergut-Sortier-Roboter weiter.

Der entnimmt der Kiste binnen drei Sekunden alle Flaschen, die nicht hineingehören, lagert sie auf einer Abstellfläche zwischen, merkt sich deren Zahl und Position und füllt die Kiste mit den „richtigen“ Flaschen auf. Sobald eine passende Kiste für die abgelegten Flaschen vorbeihuscht, greift der intelligente Roboter mit unbestechlicher Präzision zu und hebt sie gefühlvoll hinein. Kommt kein passendes Behältnis, fordert er eines an, sobald genug Flaschen von der entsprechenden Sorte zur Verfügung stehen. 1200 Kisten pro Stunde schafft ein einziger Vision-Tec-Roboter.

Die Kasten- und Leergutkontrollanlagen, Sortierroboter, Füllstands-, Etikett-, Verschluss- und Datumskontrollsysteme aus Kassel sind überall im Einsatz: in Brauereien, bei Mineralwasserabfüllern, Saftherstellern und Leergut-Dienstleistern in der ganzen Welt: Sie arbeiten in Korea, Argentinien und Chile, in vielen europäischen Ländern und natürlich bei zahlreichen namhaften Herstellern im Inland, dem globalen Mutterland von Mehrwegsystemen. Wo immer Pfandsysteme vorherrschen, sind die Anlagen der Kasseler Leergut- und Sortier-Spezialisten gefragt.

Knut Oppermann

„Wir liefern alles, was vor und nach der Abfüllung gebraucht wird“, beschreibt der geschäftsführende Vision-Tec-Gesellschafter Knut Oppermann die komplexen Anlagen mit einfachen Worten. Vor sechs Jahren erst hat der Techniker, der seit 1990 in der Branche tätig ist, das heute mittelständische Unternehmen mit Claudia Wilke gegründet. Heute beschäftigt er 75 feste Mitarbeiter sowie 15 Leihkräfte und peilt einen Jahresumsatz von 16 Millionen Euro an. Zum Vergleich: 2105 waren es 12,6, im Jahr davor „nur“ 5,2 Mio. Das Geschäft läuft also ausgesprochen gut. Als Gründe nennt Oppermann nicht nur das steigende Sortieraufkommen infolge immer neuer und aufwändigerer Flaschentypen, den Trend zu Sechser-Packungen und die zunehmende Vernetzung der komplexen Anlagen, sondern auch die starke Marktposition von Vision-Tec. Im Bereich der Kastenkontrolle, sei Vision-Tec weltweiter Marktführer, weil die Flaschen im Gegensatz zu einfacheren Systemen nicht aus der Kiste genommen werden müssten. „Das spart Zeit und Geld“, erklärt Oppermann.

Die Vernetzung wird nach seinen Angaben immer wichtiger. Beispiel: Je schneller das Gesamtsystem merkt, dass ankommendes Leergut von schlechter Qualität oder von einem Flaschentyp zu wenig da ist, kann frühzeitig nachgeordert werden, sodass Produktionsstillstände vermieden werden. Die Kasseler bauen die Anlagen seit Kurzem am neuen Firmensitz in der Otto-Hahn-Straße. Dort werden sie auch entwickelt, vorinstalliert, probeweise in Betrieb genommen, demontiert und vor Ort endgültig aufgebaut.

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