Liberale befürchten Leerstand in der Stadt nach dem Umzug städtischer Ämter

FDP lehnt Konzept für Salzmann ab

Andreas

Kassel. Die FDP in Kassel äußert Zweifel an dem Konzept für das Salzmann-Gelände: „Offensichtlich will hier der Oberbürgermeister seinen Willen durchsetzen und Büros für die Stadt Kassel anmieten, koste es, was es wolle.

Dies allein führt aber nicht zu einer Belebung und Aufwertung des Stadtteils, denn in Büros ist spätestens ab 17 Uhr Feierabend. So kann man Bettenhausen auch am ausgestreckten Arm verhungern lassen“, sagt der stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende Thorsten Burmeister.

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Andreas Ernst, ebenfalls Mitglied des FDP-Kreisvorstandes, nennt eine Anmietung von 22 000 Quadratmetern über einen Zeitraum von 25 Jahren „ein unkalkulierbares Risiko für die Stadt Kassel“. Es sei unverantwortlich, einem Investor auf Kosten der Steuerzahler die Stange zu halten. „Freie Marktwirtschaft sieht anders aus“, sagt Ernst. Man sei auch verwundert darüber, dass die Stadt in Zeiten von weltweit agierenden Konzernen anscheinend nicht in der Lage sei, ihre Ämter über eine Entfernung von nur wenigen Kilometern vernünftig zu führen.

Zweifel habe man auch daran, dass die Stadt ihre bisher gemieteten Büros dann wie geplant weiter vermieten kann, da es jetzt bereits Leerstand von Büroflächen in Kassel gebe. „Wir befürchten einen Anstieg des Leerstandes von Innenstadtimmobilien. Dies führt zur Absenkung der Innenstadtmieten und zieht dementsprechendes Klientel mit geringer Kaufkraft nach sich. Durch Einzelhandelsketten und Discounter werden die traditionellen Einzelhändler, die dieser Stadt ein Gesicht geben, immer weniger“, sagt Ernst.

Für Bettenhausen fordert die FDP ein schlüssiges Konzept, um den Stadtteil wirtschaftlich zum Blühen zu bringen. „Salzmann muss Teil dieses Konzeptes sein. Dazu gehört für uns eine Mischung aus Gewerbe, Kultur, Gastronomie und Einzelhandel“, sagt Burmeister. (hai)

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