Ulrich Eichler geht in den Ruhestand und beendet erfolgreiches Kapitel des Schulmagazins des Goethe-Gymnasiums

Lehrer hinterlässt Umlauf-Spuren

Lehrer und Publizist: Uli Eichler hat seit 31 Jahren insgesamt 75 Ausgaben des Schulmagazins Umlauf angeleitet. Jetzt geht der Pädagoge in den Ruhestand. Foto: Herzog

Kassel. „Das war’s, meine letzte Ausgabe“, sagt Uli Eichler (61) und klappt für sich ein großes Kapitel Schulgeschichte zu. Der Lehrer für Kunst, Sport und Werken am traditionsreichen Goethe-Gymnasium verlässt seinen Arbeitsort Ende des Monats und geht in den Teilzeit-Ruhestand.

Gleichzeitig verabschiedet sich der engagierte Pädagoge nach 31 Jahren und 75 Ausgaben als Redaktionsleiter des „Umlauf“, eines der besten Schulmagazine Deutschlands.

Die vielfach ausgezeichnete Schülerpublikation ist Eichlers Baby, weshalb er auch heute die kontinuierlichen Erfolge dieses Projekts zu den schönsten Erlebnissen seiner Zeit als Lehrer zählt. Beispielsweise die Preisverleihung beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel, die er als beratender Lehrer der Schulzeitungs-AG erlebte. Uli Eichlers Bestreben war es stets, den Schülern Medienkompetenz zu vermitteln. Inzwischen gibt es eine beachtliche Zahl an Journalisten und Medienprofis in Deutschland, die ihre ersten Schreibversuche im Umlauf unter den kritischen Augen Eichlers unternommen haben.

Preise prasselten auf die Zeitung nur so herunter: Sie war mehrfach beste Schülerzeitung Hessens, wurde von der Konrad-Adenauer- und von der Friedrich-Naumann-Stiftung ausgezeichnet. 1998 erkor der Spiegel den Umlauf erneut als Deutschlands „Schulzeitung des Jahres“.

Dem Umlauf wuchsen Flügel. Eine Online-Zeitung entstand. Hier lernte Eichler, wie er zugibt, eine Menge von seinen technisch versierten Schülern. „Ich hatte von der ganzen Technik zunächst überhaupt keine Ahnung.“

Firma Schulzeitung

Heute sagt er: „Sicherlich wird es keinen Umlauf mehr geben, aber bestimmt weiterhin eine Schulzeitung.“ Seine kommissarische Nachfolge übernimmt Sabine Lempp. Seine Stelle wird jetzt bundesweit ausgeschrieben. „So ein Schulmagazin ist ja eine richtige Firma“, sagt Eichler.

Das Spannende am Lehrerberuf sei für ihn gewesen, „Spuren zu legen, zu entdecken und ihre Ursachen zu erkennen“, verriet Eichler vor einigen Jahren in der Umlauf-Sonderveröffentlichung „Who is who am Goethe-Gymnasium“. Spuren hat Eichler genügend hinterlassen: Tausende Schüler hat er gelehrt, etwa 120 waren bei ihm Redakteure.

Jetzt sei erst einmal Aufräumen angesagt, bevor Neues in Angriff genommen wird. Mit dem Zeitungsmachen gehe es weiter: Dem Stadtteilmagazin Forum Wesertor, das vom Goethe-Gymnasium herausgegeben wird, bleibt Eichler als Redakteur erhalten.

Der Kreis schließt sich, wenn demnächst ein Porträt Eichlers in der Wochenzeitung Die Zeit zu lesen sein wird, geschrieben von seinem ehemaligen Schüler Jonas Leppin, einem Ex-Chefredakteur des Kasseler Umlauf.

Von Christina Hein

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