6000 Demonstranten in Wiesbaden

Beamte wollen mehr Gehalt: Schulfrei für Tausende wegen Lehrer-Streik

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Das hat es in Nordhessen seit fünf Jahren nicht gegeben: Für tausende Schüler fiel am Dienstag der Unterricht aus, weil ihre Lehrer in einen eintägigen Warnstreik getreten waren.

In fünf Bussen waren allein aus Kassel und dem Landkreis nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) 250 beamtete Lehrer zur Demonstration in Wiesbaden aufgebrochen.

Dort protestierten sie mit nach GEW-Angaben insgesamt 6000 weiteren hessischen Landesbediensteten unter anderem für mehr Gehalt, für eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 42 auf 40 Stunden und gegen die bevorstehende Reduzierung der Lehrerzuweisungen in den gymnasialen Oberstufen und Grundschulen.

Die Schulen war von den Streikenden zuvor in Kenntnis gesetzt worden, sodass diese sich einstellen konnten. Die Eltern waren im Vorfeld informiert worden. An der Offenen Schule Waldau beispielsweise streikten nach Auskunft des stellvertretenden Schulleiters Rainer Schärer mehr 30 Lehrer. Elf Klassen à 25 Schüler und damit ein Drittel der gesamten Schülerzahl konnten deshalb am Dienstag nicht beschult werden. Die Kinder hatten schulfrei. Die von der Schule angebotene Betreuung sei nicht angenommen worden, so Schärer. Beschwerden von Eltern habe es nicht gegeben.

Dagegen habe es im Bürgerbüro des Kultusministeriums eine Welle an „Empörung und Unverständnis“ seitens der Eltern gegeben, sagt Ministeriumssprecher Stefan Löwer. Die streikenden Beamten müssten jetzt mit disziplinarrechtlichen Maßnahmen rechnen, in jedem Fall aber mit einer schriftlichen Missbilligung.

Die GEW wirft der Landesregierung vor, dass sie sich weigere, die Gehaltserhöhungen für den öffentlichen Dienst auf Beamte zu übertragen und ihnen stattdessen eine 18-monatige Nullrunde bis Juni 2016 aufzwinge.

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