Trotz Stadtverordnetenbeschluss

Eichendorff-Schule wurde nicht thematisiert - Lehrerprotest im Ausschuss

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Volles Haus: Zur jüngsten Sitzung des Schulausschusses waren zahlreiche Gäste gekommen, weshalb vom Lesezimmer in den Stadtverordnetensaal ausgewichen werden musste.

Kassel. Lautstarke Unmutsäußerungen gab es während der jüngsten Sitzung des städtischen Schulausschusses: Zwei Dutzend Zuhörer, vor allem Mitglieder der Initiative „Rettet die Gesamtschulen“, waren ins Rathaus gekommen, um zu verfolgen, wie die Ausschussmitglieder über das Thema „Zukunft der Eichendorff-Schule“ beraten.

Das Problem: Das Thema war noch gar nicht auf der Tagesordnung, sondern sollte kurzfristig hinzugefügt werden. Womit die Gäste – hauptsächlich Lehrer der Joseph-von-Eichendorff-Schule – nicht gerechnet hatten: Der entsprechende Erweiterungsantrag von Dr. Bernd Hoppe (Demokratie Erneuern / Freie Wähler) wurde mit den Gegenstimmen von SPD und Grünen abgelehnt.

Vorausgegangen waren Wortgefechte und eine Unterbrechung der Sitzung, während der sich die Ausschussmitglieder länger berieten.

Die Mitglieder von CDU, Linken, Demokratie Erneuern /FW und FDP wollten die Frage behandeln, inwieweit ein Verbund der durch sinkende Schülerzahlen bedrohten Joseph-von-Eichendorff-Schule mit den Gesamtschulen Hegelsbergschule in der Nordstadt und Carl-Schomburg-Schule im Wesertor sinnvoll sei. „Es wäre gut, würde Frau Janz endlich klare Ansagen machen und die Verunsicherung der betroffenen Schulen ausräumen“, sagte Marcus Leitschuh (CDU). Inzwischen gibt es sogar schon Stellungnahmen etwa vom Elternbeirat der Carl-Schomburg-Schule, der sich vehement gegen einen Verbund mit der Eichendorff-Schule ausspricht, obwohl noch gar nichts entschieden ist. Ohnehin wisse niemand, was Verbund für die Eichendorff-Schule konkret bedeutet.

Hintergrund: Einstimmig hatten die Stadtverordneten am Montag beschlossen, dass in jeder Sitzung des Ausschusses für Schule, Jugend und Bildung über den Stand in Sachen Joseph-von-Eichendorff-Schule informiert werden soll. Darauf pochte Hoppe.

„Die Angelegenheit ist dringend und darf nicht weiter verschleppt werden“, sagte Simon Aulepp von den Linken. Schuldezernentin Anne Janz versprach: „Bis zum Termin der Einwahl der Schüler in die Klasse 5 im Februar / März nächsten Jahres wird Klarheit bestehen.“

Über die Absage an den neuen Tagesordnungspunkt waren viele Zuhörer stark verärgert. Unter Protest und mit hochgereckten Transparenten verließen sie den Saal.

In dem Verhalten der Ausschussmitglieder von SPD und Grünen sieht die Initiative „Rettet die Gesamtschulen“ eine „Einschränkung notwendiger Informationen“. KOMMENTAR

Von Christina Hein

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