Arbeitsagentur: Schulabgänger sollten früh mit Suche beginnen

Lehrstellen: Künftig fehlen die Bewerber

Kassel. Das seit Jahren beklagte Problem des Lehrstellenmangels kehrt sich allmählich um: Künftig wird es eher für Unternehmen eine Herausforderung sein, geeignete Bewerber zu finden. Grund ist nach Aussage der Kasseler Agentur für Arbeit neben der anziehenden Konjunktur vor allem der demografische Wandel.

Während im Agenturbezirk Kassel vor fünf Jahren die Schere zwischen gemeldeten Bewerbern (7355) und gemeldeten Lehrstellen (4320) noch weit auseinander ging, nähern sich Angebot und Nachfrage inzwischen immer mehr an. Im vergangenen Berufsausbildungsjahr lag das Verhältnis bei 4783 gemeldeten Bewerbern gegenüber 4003 Ausbildungsplätzen.

50 Bewerber blieben laut Agentursprecherin Silke Sennhenn am Ende unversorgt, vor fünf Jahren konnten fast siebenmal so viele junge Menschen (345) nicht vermittelt werden. Dass diese Zahl geringer ist als die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage, erklärt Sennhenn, liege daran, dass sich einige Bewerber doch für eine weiterführende Schule oder einen Job ohne Ausbildung entscheiden.

Zwar übersteige die Zahl der Bewerber immer noch die der Ausbildungsplätze, aber gerade die Zahl der betrieblichen Ausbildungsstellen steige, weiß die Agentursprecherin. Im zurückliegenden Berichtsjahr meldeten die Betriebe 234 Lehrstellen mehr an. Dafür sinkt die Zahl der außerbetrieblichen - also öffentlich geförderten - Ausbildungsstellen. Das heißt, dass immer mehr Bewerber in reguläre Lehrstellen vermittelt werden können.

Gerade wenn 2013 nach dem doppelten Abiturjahrgang die Bewerberzahl wieder sinke, würden sich die Unternehmen sich immer frühzeitiger um gute Bewerber bemühen, sagt Sennhenn. Zwar steige die Chance für Jugendliche auf eine Lehrstelle. Doch wer seinen Wunschausbildungsplatz bekommen wollen, müsse sich auch sehr zeitig darum bemühen. DRITTE SEITE

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