Polizei gibt Tipps

Leichte Beute: In Kassel werden 600 Fahrräder im Jahr gestohlen

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Kassel. Sommerzeit ist Fahrradzeit - und zugleich Hauptsaison für Fahrraddiebe. In der Stadt Kassel sind im vergangenen Jahr rund 600 Fahrräder gestohlen worden. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 8,8 Prozent.

Im Landkreis hingegen gab es einen leichten Anstieg: Hier sind 2013 insgesamt 153 Fahrraddiebstähle registriert worden 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei den Fallzahlen in Stadt und Kreis um Schwankungen im normalen Bereich. Für 2014 ist der Trend bisher gut: Die Zahlen bis Juni seien im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig.

Häufig passierten Diebstähle bei großen Firmen, wo viele Mitarbeiter mit dem Fahrrad kommen (SMA, Wintershall, Klinikum), sagt Polizeioberkommissar Jörg Pfaffenbach. Erst vor wenigen Tagen ist am Stellplatz neben dem Wintershallgebäude ein Mountainbike entwendet worden. Auch am Uni-Campus, in der Innenstadt und vor Schwimmbädern griffen die Diebe gern zu.

Um den Langfingern das Handwerk zu legen, können auch die Fahrradfahrer selbst viel tun. Die Polizeiliche Kriminalprävention gibt Tipps:

Festschließen

Gerade Besitzer hochwertiger Fahrräder sollten nicht am Schloss sparen.

Empfehlenswert sind laut Polizei massive Bügel- oder Panzerkabelschlösser oder auch Stahlketten. Nur das Vorder- oder Hinterrad damit zu blockieren, reicht nicht: Diebe könnten das Fahrrad einfach wegtragen. Daher das Fahrrad unbedingt an einem festen Gegenstand anschließen (Zaun, Laternenmast, Fahrradständer).

Auch im Keller sichern

Wer glaubt, im Keller sei das Fahrrad sicher, der irrt. Gerade in Mehrfamilienhäusern verschaffen sich Diebe oft Zutritt und brechen dann Kellerverschläge auf. Deshalb die Haustür immer verschlossen halten und das Rad auch im Keller an einem Gegenstand festschließen.

Individuell kennzeichnen

Eine individuelle Kennzeichnung des Fahrrads ist für den Fall eines Diebstahl wichtig. Nur so können die Ermittler Diebesgut zweifelsfrei identifizieren. Daher sollte man die individuelle Rahmennummer, die bei in Deutschland verkauften Fahrrädern üblich ist, gut aufbewahren. Hat das Rad keine Rahmennummer, sollte man es codieren lassen. In Kassel bietet das zum Beispiel der ADFC an (Wilhelmsstr. 2). Damit kann die Polizei die Anschrift des rechtmäßigen Besitzers im Handumdrehen ermitteln.

Fahrradpass

Ein sorgfältig ausgefüllter Fahrradpass erleichtert der Polizei ebenfalls die Ermittlungsarbeit. Dort kann man alle zur Identifizierung des Fahrrads notwendigen Informationen eintragen (Rahmennummer, Radtyp, Hersteller, Modell etc.). Auch teure Komponenten wie spezielle Naben sind oft mit Nummern gekennzeichnet. Auch diese sollte man hinterlegen. Am besten auch ein Foto des eigenen Fahrrads machen.

Die Polizei bietet auch eine Fahrradpass-App fürs Smartphone an (herunterzuladen bei Apple oder Google, Suchwort "Fahrradpass"). Dort kann man Daten mehrerer Fahrräder verwalten und auch per E-Mail versenden. So kann man die Daten im Ernstfall schnell an Polizei und Versicherung schicken.

Von Katja Rudolph

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