Witzenhäuser Student entwickelt ein Sicherheitsschloss für Fahrräder, das günstig ist und wenig wiegt

Leichtes Schloss macht’s Dieben schwer

Materialtest: In der Versuchswerkstatt des Fachbereichs Agrartechnik probieren André Dülks (links) und Werkstattleiter Heiko Tostmann, wie das Material für ein sicheres und zugleich leichtes Schloss beschaffen sein muss. Foto: Schröter

Witzenhausen. Es gibt Fahrradschlösser, die sind sicher – und schwer. Es gibt Fahrradschlösser, die sind leicht – dafür aber nicht sicher. Es gibt auch Fahrradschlösser, die sind leicht und sicher.

Aber die sind sehr, sehr teuer. „Das will ich ändern“, sagt André Dülks. Der 26-jährige Student der ökologischen Agrarwissenschaften tüftelt derzeit an einem Alleskönner im Bereich der Fahrradschlösser. Leicht soll es werden, enorm sicher und dazu noch außerordentlich preiswert. Mit seinen Plänen belegte er beim Ideenwettbewerb Unikat der Universität Kassel den dritten Platz. Und kassierte obendrein den begehrten Publikumspreis.

or einem Jahr wurde Dülks sein eigenes Fahrrad gestohlen, an dem er sehr hing, erzählt der Witzenhäuser Student. „Und das, obwohl ich dachte, dass es gut gesichert war.“ Nach diesem Negativerlebnis habe er recherchiert und herausgefunden, „dass es das perfekte Schloss einfach nicht gibt“. Also fing André Dülks an zu tüfteln. „Die ersten Versuche waren aber alles andere als erfolgreich“, sagt er. Als der 26-Jährige dann vom Ideenwettbewerb Unikat hörte, nahm er noch einen Anlauf. „Wieder ohne Erfolg“, wie er sagt. Erst beim dritten Versuch, den richtigen Materialmix zu finden, sei ihm der Durchbruch gelungen.

Wie das Schloss am Ende aussehen und aus welchem Material es bestehen wird, könne er nicht verraten, weil zunächst noch das Patent angemeldet werden müsse. „Fest steht, dass es mit gängigen Werkzeugen nicht zu knacken sein wird“, sagt Dülks. Das Gewicht werde etwa 750 Gramm und damit nur die Hälfte der aktuell erhältlichen sicheren Fahrradschlösser betragen. „Und das zu einem Preis, der ebenfalls nur halb so hoch sein wird wie der heutiger Spitzenschlösser.“

2013 auf den Markt?

Mittlerweile sei die Entwicklung des Fahrradschlosses, die bis vor Kurzem ausschließlich in den Ferien stattgefunden habe, zu einer Projektarbeit seines Studiums im Fachgebiet Agrartechnik geworden. „Es müssen noch viele Details geklärt werden“, sagt Dülks. Vor allem die Entwicklung des eigentlichen Schließmechanismus habe es in sich. Die Tests dazu finden in der Versuchswerkstatt des Fachbereichs in Witzenhausen statt. Auf dem Markt wird sein Schloss frühestens in einem Jahr sein, schätzt der Tüftler.

Von Per Schröter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.