Grüne Spitzenkandidatin schwor Mitglieder auf Wahlkampf ein

Ska Keller in Kassel: Mit Leidenschaft für Europa

Spitzenkandidatin: Europaabgeordnete Franziska (Ska) Keller (2. von links), eingerahmt von Landtagsabgeordneter Karin Müller, Bundestagsabgeordneter Nicole Maisch,Parteivorsitzendem Thomas Flügge, Sozialdezernentin Anne Janz und Parteivorsitzender Monne Lenz (von links). Foto:  Koch

Kassel. Das nennt man Fingerspitzengefühl: Als die Kasseler Grünen vor einigen Wochen die Europaabgeordnete Franziska Keller als Ehrengast für ihren Neujahrsempfang einluden, war sie hierzulande noch ein unbeschriebenes Blatt. Das hat sich über Nacht geändert.

Seit Mittwoch dieser Woche ist die 32-jährige aus Guben in Brandenburg ein politischer Shooting-Star. Bei einem europaweiten Online-Voting wurde Fransziska (Ska) Keller zusammen mit dem Franzosen José Bové zum Spitzenduo der Grünen für die Europawahl am 25. Mai gewählt.

Für ein soziales Europa

Dementsprechend selbstbewusst und leidenschaftlich präsentierte sich die zierliche junge Frau am Freitagabend im neuen, rappelvollen Gemeindezentrum im Vorderen Westen, um die Mitglieder für den Wahlkampf und die Stimmabgabe zu begeistern. Wer verhindern wolle, dass europäische Politik weiterhin von den Regierungschefs in Hinterzimmern ausgekungelt werde, der müsse am 25. Mai zur Wahl gehen und mit seiner Stimme diejenigen stärken, die sich für ein demokratisches und soziales Europa einsetzen.

„Wollen wir, dass Europa Banken rettet, oder wollen wir, dass Europa die kleinen Sparer schützt? Wollen wir, dass sich Europa weiter abschottet und unüberwindbare Mauern aufbaut, oder wollen wir ein offenes Europa, das Flüchtlingen Schutz gewährt und sich den Friedensnobelpreis endlich verdient?“, stellte Keller als Fragen in den Raum. Die 32-Jährige, die seit 2009 dem Europaparlament angehört, sprach sich für ein solidarisches und soziales Europa aus, das die Rechte der Verbraucher und der Kommunen stärke.

Thomas Flügge, der Vorsitzende der Kasseler Grünen, begrüßte zum Empfang nicht nur viele Mitglieder, sondern auch zahlreiche Vertreter von Verbänden und anderen Parteien, unter anderem Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) und Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). Flügge zeigte sich erfreut, dass die Grünen in Hessen nach 15-jähriger Pause wieder in der Regierungsverantwortung seien, appellierte aber gleichzeitig an die Mitglieder, die schwarz-grüne Koalition in Wiesbaden kritisch zu begleiten.

Von Burghard Holz

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