Die meisten der 122 Betroffenen im Achsenwerk bekommen Verträge mit neuen Anbietern

Leiharbeit: Daimler wechselt Partner

Kassel. Für einen Großteil der 122 Leiharbeiter im Kasseler Daimler-Achsenwerk ändern sich zum Jahreswechsel die Vertragsbedingungen: Der Personaldienstleister Autovision, ein Unternehmen der Volkswagen-Gruppe, ziehe sich aus den Geschäftsbeziehungen mit Daimler zurück, hieß es in der jüngsten Betriebsversammlung.

Die betroffenen Mitarbeiter würden ab Januar von zwei anderen Zeitarbeitsfirmen bei Daimler weiterbeschäftigt.

Dieter Seidel

Dieser Übergang sei „nicht glücklich gelaufen“, sagte Betriebsratschef Dieter Seidel gegenüber der HNA: Eine der beiden Firmen habe in den neuen Verträgen den Urlaubsanspruch der Betroffenen verringert und zum Teil erneute Probezeiten festgeschrieben. „Das verärgert uns“, sagte der Betriebsratsvorsitzende. Das Achsenwerk mit rund 3000 Stammbeschäftigten hatte sich im Oktober von 25 Zeitarbeitern getrennt. Trotz zuletzt flauer Auftragslage mit tagesweisen Produktionsstopps sei vorgesehen, die verbleibenden 122 Zeitarbeitskräfte an Bord zu halten, berichtete Seidel.

Für 2013 hätte der für das Nutzfahrzeuggeschäft zuständige Vorstand im Daimler-Konzern „eine sehr positive Markteinschätzung“ ausgegeben. Man gehe davon aus, dass sich die Nachfrage nach schweren Lkw und somit auch nach entsprechenden Achsen aus Kassel „spätestens im zweiten Halbjahr“ wieder merklich belebe. Für den Kasseler Standort werde nach wie vor das Ziel von zehn Prozent mehr Absatz gegenüber dem laufenden Jahr angestrebt.

Leistungsverdichtung

In der Versammlung gab es laut Seidel eine kritische Auseinandersetzung seitens des Betriebsrats mit den Rationalisierungszielen im Daimler-Konzern, die für die Beschäftigten „eine deutliche Leistungsverdichtung“ mit sich brächten. Auch im Verwaltungsbereich – das betrifft in Kassel etwa 700 Werksangehörige – solle die Struktur gestrafft werden, und zwar laut Planziel um zehn Prozent binnen drei Jahren. Da sich der Konzern allerdings verpflichtet habe, bis 2017 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen, „sind wir gespannt, was sich das Management dazu einfallen lassen wird“, sagte Seidel.

Über den Abbau von Leiharbeit sei dieses Ziel am Standort Kassel nicht darstellbar, da es allenfalls eine Handvoll entsprechend Beschäftigte in der Verwaltung gebe.

Von Axel Schwarz

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