1,5 Mio. Euro Förderung vom Bund - Kostendeckung angestrebt

Kassel: Leihfahrräder sollen im Spätsommer rollen

Kassel. Noch in diesem Sommer sollen in Kassel 500 Fahrräder zur Verfügung stehen, die man für wenig Geld ausleihen kann. Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse geht davon aus, dass der Startschuss für das öffentliche Fahrradverleihsystem spätestens nach den Sommerferien fallen kann.

Die Stadt Kassel bekommt dafür, wie berichtet, knapp 1,5 Millionen Euro Förderung vom Bundesverkehrsministerium. Der Bund unterstützt bis Ende 2012 neben Kassel acht weitere Modellprojekte mit insgesamt 12,7 Millionen Euro.

Der Betreiber, der im Auftrag der Stadt das Leihsystem umsetzen soll, stehe schon fest, sagt Lohse. Allerdings müsse der Magistrat die Entscheidung noch besiegeln. Auch steuerliche Fragen müssten noch geklärt werden. Die Stadt wolle einen sogenannten Eigenbetrieb für den Radverleih gründen. Noch sei nicht ausgeschlossen, dass für den 1,5-Millionen-Bundeszuschuss Umsatzsteuer fällig werden könnte. Durch die laut Lohse „ohne Not aufgebaute Hürde“ von Kämmerer Dr. Jürgen Barthel, der Folgekosten für die Stadt befürchtet, habe sich der eigentlich für das Frühjahr vorgesehene Start verzögert.

Dass man bereits in diesem Jahr Erfahrungen sammele, sei wichtig, damit das System zur documenta 2012, wenn die vielen Gäste in der Stadt den Service nutzen sollen, bereits eingespielt sei.

Stadtbaurat Lohse und Gunnar Polzin, Leiter des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes, sind zuversichtlich, dass das Verleihsystem in Kassel wirtschaftlich arbeiten kann. Nach Ablauf der Förderung solle sich der Radverleih über die Einnahmen tragen. 50 Cent pro halbe Stunde soll die Nutzung der Räder kosten. Werbung auf den Fahrrädern als zusätzliche Einnahmequelle komme nicht infrage, um die Innenstadt nicht mit Reklame zu überfrachten.

Experten halten es indes für schwer zu erreichen, dass sich qualitativ gute Fahrradverleihsysteme ohne Zuschüsse tragen.

Von Katja Rudolph

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