Leinenpflicht

Leinenpflicht: Hundehalter ignorieren häufig Vorschriften

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Kassel. Seit Jahresbeginn ist die neue Kasseler Hundeverordnung in Kraft. Darin ist unter anderem geregelt, auf welchen Flächen Leinenpflicht besteht. Doch vor allem im Auepark halten sich viele Hundebesitzer nicht daran.

Neben diesen städtischen Anlagen dürfen die Tiere auch in den Parks der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) nicht frei umherlaufen.

Für flächendeckende Kontrollen in Berg- und Auepark gebe es nicht genug Personal, sagt MHK-Sprecher Dr. Matthias Witzmann. Deshalb setzte die MHK in erster Linie auf die Einsicht der Halter. Wenn die Parkaufsichten bei ihren regelmäßigen Rundgängen Verstöße feststellten, versuchten diese vor allem, Überzeugungsarbeit zu leisten. „Wir wollen die Bürger nicht gängeln, sondern auf die Gefahren hinweisen“, sagt Witzmann.

Neben dem Ärger über Hundekot könnten die Tiere zu einer Gefahr für andere Parkbesucher und Wildtiere (etwa Schwäne) werden. Sanktionen könnten die Parkaufsichten nicht verhängen.

Auf den städtischen Flächen werden seit 2008 jedes Jahr weniger Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit der Hundeverordnung gezählt: 53 (2008), 42 (2009), 35 (2010) und 17 (2011). Für 2012 gibt es mit neun Verfahren zwar bisher nur eine vorläufige Zahl, aber es sei eindeutig ein Rückgang zu beobachten, sagt Lothar Pflüger, Abteilungsleiter für Ordnungsangelegenheiten. Für Pflüger ist der Rückgang ein Beleg dafür, dass sich die Halter inzwischen stärker an die Vorgaben halten. Allein in Kassel sind 6000 Hunde registriert.

Für die Kontrollen zuständig ist bei der Stadt ein Mitarbeiter des Umwelt- und Gartenamtes. Neben dessen Kontrollgängen kommt das Ordnungsamt auch über Hinweise aus der Bevölkerung Verstößen auf die Spur. Im Internet (www.serviceportal-kassel.de, Suchbegriff: „Anleinpflicht“) steht ein Formular bereit, mit dem Zeugen Hundehalter anzeigen können. „Von diesem Formular wird Gebrauch gemacht“, sagt Pflüger. So landeten auch Fotos von frei laufenden Hunden und Hundekot beim Ordnungsamt.

Nach einer hessischen Verordnung aus dem vergangenen Jahr darf den Hunden auf den Flächen mit Anleinpflicht maximal zwei Meter Auslauf gewährt werden. „Wir hätten gern mehr Auslauf erlaubt, aber die Landesregelung lässt dies nicht zu“, sagt Pflüger.

Wenn Halter auf städtischen Flächen gegen die Hundeverordnung verstoßen, richtet sich die Sanktion nach Verstoß und Reaktion des Hundehalters: Sie reiche von Belehrungen über ein Verwarngeld (maximal 35 Euro) bis zu Ordnungswidrigkeiten von 50 oder 100 Euro, sagt Pflüger. Das Gesetz lasse sogar Strafen bis zu 5000 Euro zu. Der Stadt gehe es aber nicht ums „Malträtieren“, sondern um „ein gesundes Maß“.

Von Bastian Ludwig

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