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Leipziger kauft rollendes Haus von der Stadt Kassel für 3333 Euro

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Von: Bastian Ludwig

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Wird bald an einer Seenplatte bei Leipzig stehen: Noch steht das mobile Haus auf dem Betriebsgelände der Stadtreiniger. Dort muss es mit einem Tieflader abgeholt werden.
Wird bald an einer Seenplatte bei Leipzig stehen: Noch steht das mobile Haus auf dem Betriebsgelände der Stadtreiniger. Dort muss es mit einem Tieflader abgeholt werden.  © Bastian Ludwig/ Montage

Dieses Verkaufsangebot zog große Aufmerksamkeit auf sich: Vergangene Woche berichteten wir über ein mobiles Heim, das die Stadt Kassel sichergestellt hatte, und das nun zum Verkauf stand. Jetzt gibt es einen Käufer.

Kassel - Schriftliche Gebote ab 105 Euro durften beim Ordnungsamt abgegeben werden. Anfang der Woche wurden in der Behörde 19 Briefe mit Geboten geöffnet. Den Zuschlag bekam Sören Schaaf aus Leipzig, dem das zwölf Meter lange und drei Meter breite Gefährt 3333 Euro wert war.

Der Fachmann für IT-Sicherheit und Datenschutzbeauftragte Schaaf war durch Zufall bei Facebook auf den HNA-Artikel über die ungewöhnliche Verkaufsaktion gestoßen. Sein Interesse war geweckt. Kurzerhand schickte der 46-Jährige sein Gebot nach Kassel. Denn er konnte sich gut vorstellen, dass sich das mobile Haus gut auf seinem Grundstück am Leipziger Neuseeland machen würde. „Das Neuseeland ist eine ehemalige Tagebaulandschaft, die geflutet wurde und nun touristisch genutzt wird“, erzählt Schaaf. 24 Seen sind dort bislang entstanden, weitere sind in Planung.

Schaaf möchte das rollende Haus des englischen Herstellers Cosalt Holiday Homes gerne Touristen zur Verfügung stellen. Dies soll ein Nebenerwerb für den IT-Spezialisten sein. „Ich finde, das mobile Haus hat mehr Charme und Charakter als eine weitere Finnhütte aus der Retorte. Wenn so eine Unterkunft eine Geschichte hat, ist das auch für die Vermarktung von Vorteil.“

Hat das rollende Haus gekauft: Sören Schaaf aus Leipzig
Käufer: Sören Schaaf aus Leipzig © privat

Eine Herausforderung steht dem Leipziger aber noch bevor. Denn er muss das zwölf Meter lange Gefährt mit Überbreite nach Leipzig bringen lassen. „In Deutschland ist es nicht erlaubt, solche Anhänger mit Übergröße zu ziehen“, sagt Schaaf. Deshalb hat er einen Bekannten gefragt, der Transportunternehmer ist. Dieser wird das gigantische Vehikel, das nur auf einer Achse steht, in den nächsten Wochen auf einen Tieflader hieven, um es gen Osten zu transportieren. Als die Stadt Kassel das Fahrzeug sicherstellte, benötigte sie zwei Gabelstapler, um es auf den Tieflader heben zu können. Für den Transport braucht Schaaf behördliche Genehmigungen wegen der Übergröße der Fracht. „Das sind für mich keine Probleme, sondern Herausforderungen.“

Wenn die Abholung in Nordhessen vermutlich im Oktober stattfindet, will Schaaf mitkommen, um sich vor Ort ein Bild von seinem Kauf zu machen. Denn er kennt das mobile Haus bislang nur von Fotos. (Bastian Ludwig)

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