Verkehrskonzept für den Kasseler Osten: Fraktionen haben Anträge formuliert

Lenkung der Auto-Massen

Enrico Schäfer

Kassel. Dringenden Handlungsbedarf sehen SPD, Grüne und CDU in Sachen Verkehrsentwicklung im Kasseler Osten. Im Zuge der gestrigen Fraktionssitzungen von SPD und CDU wurden jeweilig Anträge für die Erstellung eines Verkehrskonzeptes vor allem für den Bereich Bettenhausen formuliert.

Bei SPD und Grünen zeichnet sich zudem eine Zusammenarbeit ab, „die Grünen werden ihr Vorgehen in ihrer nächsten Fraktionssitzung konkretisieren“, kündigt Gernot Rönz, Fraktionsvorsitzender der Grünen, an. Schon jetzt ist klar: Alle drei Fraktionen wollen ihre Anträge in die Stadtverordnetenversammlung am Montag, 27. Februar, einbringen.

„Der Magistrat wird aufgefordert, unverzüglich mit dem Amt für Straßenverkehrswesen Verhandlungen zu führen, um ein Verkehrskonzept für den Kasseler Osten im Zuge des Neubaus des Autobahndreiecks Kassel-Ost zu erstellen“, schreibt die SPD in ihrem Papier. Dabei sollen auch die Führung des Schwerverkehrs aus dem Kaufunger Industriegebiet Papierfabrik, eine Belastungsprognose für die Dresdener und Leipziger Straße sowie alternative Verkehrsführungen bei Umleitungen während der Bauarbeiten berücksichtigt werden.

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Enrico Schäfer: „Der Wegfall der Anschlussstelle Kassel-Ost kann dazu führen, dass die Leipziger Straße wieder stärker von Lkw genutzt wird. Damit das nicht passiert, muss entsprechend reagiert werden.“ Darüber hinaus sei offensichtlich, „dass die Dresdener Straße bereits jetzt hoch belastet ist und es heute schon in den Spitzenzeiten Schleichverkehr in den Parallelstraßen Bettenhausens gibt“.

Zugriff auf Fördertopf

„Bislang gibt es weder Untersuchungen noch handfeste Daten zum Verkehr im Kasseler Osten“, begründet Stadtverordneter Dominique Kalb das Vorgehen der CDU. „Die Stadt muss etwas tun.“ Bereits heute sei absehbar, dass durch den Wegfall von Kassel-Ost, den Ausbau des Gewerbegebietes Sandershäuser Berg und durch den zweifelhaften Umbau der Kreuzung am Altmarkt künftig eine erhebliche Zunahme des Verkehrs auf der Dresdener Straße und der B  83 zu erwarten ist. „Deshalb brauchen wir ein umfassendes Gesamtkonzept, das auch Aspekte wie Schleichverkehr und Lärmschutz berücksichtigt“, sagt Kalb. Nicht zuletzt sei auf den Kasseler Kreisel und den geplanten Straßenbahnbau nach Waldau zu blicken.

Der Masterplan Ost (siehe Artikel unten) greife zu kurz, da er stärker die gewerbliche Entwicklung und das Wohnumfeld in den Blick nehme. „Abgesehen davon läuft 2019 das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz aus. Wenn Kassel von diesem Fördertopf noch profitieren will, müssen Pläne schnell auf den Tisch.“

Von Boris Naumann

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