Freie Waldorfschule wurde für 1,8 Millionen Euro saniert - Jubiläumsfest am 1. April

Lernlandschaften für alle

Gehen jetzt noch lieber in ihre Schule: Die Waldorfschülerinnen Helena Höhler (links) und Lara Lange fühlen sich wohl auf dem Gelände der frisch renovierten Waldorfschule an der Hunrodstraße. Fotos: Fischer

Kassel. Für die Freie Waldorfschule Kassel bietet das Jahr 2011 eine ganze Reihe von Gründen zum Feiern: Nicht nur der 150. Geburtstag des Begründers der Anthroposophie und somit auch der Waldorfschulen, Rudolf Steiner, wird begangen, sondern auch das eigene 80-jährige Bestehen kann endlich gefeiert werden.

Krönender Anlass für die Jubiläumsfeier am 1. April ist der Abschluss der umfangreichen Sanierungsarbeiten. Innerhalb von nur einem Jahr sind die Arbeiten, die insgesamt 1,8 Millionen Euro gekostet haben, jetzt abgeschlossen worden. Die Hälfte der Bausumme stammt aus dem Konjunkturpaket des Landes, der Rest aus Eigenmitteln beziehungsweise Darlehen der Privatschule.

Hohes Tempo

„Das war ein sagenhaftes Tempo, in dem wir fertiggeworden sind“, sagt Sven Tegner, der einer von zwei Geschäftsführern des Vereins Waldorfschule und Mitglied der Schulleitung ist.

Der gesamte Altbau sei jetzt energetisch auf den neuesten Stand gebracht worden. 17 schöne, helle Klassenräume mit attraktiven Holzdecken und sämtlichen Anschlüssen für moderne Kommunikationselektronik sind entstanden.

Vorrang bei der Sanierung hatte der Oberstufenbereich, sagt Tegner. Ziel war es, eine Art Campusatmosphäre zu schaffen: mit einer Schülerbibliothek, Räumen für ungestörte Stillarbeit sowie einer Musiketage mit verbesserter Schall- und Akustiksituation. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Auf den neu gestalteten Gängen sind für die Schüler gemütliche Buchten zum Zurückziehen, sogenannte Chill- out-Zonen, entstanden. Auch das Lehrerzimmer wurde aufgemöbelt und präsentiert sich jetzt in heller Wohlfühlatmosphäre.

Zum Schluss - und da wird noch fleißig dran gearbeitet - bekommt der Haupteingang ein neu gestaltetes, einladendes Entree aus Natursteinmauern im Außenbereich.

Was in Zukunft noch ansteht, ist die Sanierung des Aula-Gebäudes, das vor 40 Jahren erbaut wurde.

Das Typische und Beachtliche am Waldorfschul-Geist ist stets das große ehrenamtliche Engagement von Schülern, Eltern und Lehrern - auch wenn es darum geht, manuell aktiv zu werden. So wurde beispielsweise in der Vergangenheit die gesamte Regenwassernutzanlage während einiger Wochenendeinsätze in Eigenleistung installiert. Auch jetzt legte die Schulgemeinde wieder kräftig Hand an. Einer, der sich bei der jüngsten Sanierung besonders hervorgetan hat, ist der Abiturient Jonas Korten. Sehr viele Stunden verbrachte der 18-Jährige mit der Planung und Realisierung vielfältiger Holz- und Innenausbauarbeiten. In den vergangenen Sommerferien arbeitete er sogar fünf Wochen lang im Büro der ausführenden Architekten.

„Eine Lernlandschaft in Verwandlung“ lautete der Titel der Festschrift zur Eröffnung des Neubaus vor drei Jahren. Das scheint auch heute noch als Motto für die Freie Waldorfschule Kassel gültig zu sein.

Von Christina Hein

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