24-jähriger Kasseler wegen Drogengeschäften zu Bewährungsstrafe mit vielen Auflagen verurteilt

Der letzte Kunde war ein Fahnder

Kassel. Wegen 30 illegaler Geschäfte mit Haschisch oder Marihuana hat das Kasseler Amtsgericht am Donnerstag einen 24-jährigen Kasseler zu einer Bewährungsstrafe mit zahlreichen Auflagen verurteilt.

Unter anderem soll der junge Mann innerhalb von fünf Monaten 400 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Die ausgesetzte Freiheitsstrafe liegt bei zwei Jahren.

Das Schöffengericht befand den Auszubildenden für schuldig, zwischen Mai 2010 und Januar 2011 mit den Drogen gehandelt zu haben. Dabei stachen vier Fälle heraus, in denen es um „nicht geringe Mengen“ ging. In einem davon hatte der Angeklagte auch noch einen Schlagring mit sich geführt – wobei das Gericht von einem minder schweren Fall eines bewaffneten Drogendeals ausging.

Der Angeklagte hatte zuvor alle Taten eingeräumt. Den Schlagring, sagte er, habe er nur zur eigenen Sicherheit in seiner hinteren Hosentasche stecken gehabt. „Jeder, der mit Drogengeschäften zu tun hat, ist ja kriminell“, versuchte er dem Gericht zu erklären, warum er Grund gehabt habe, sich Sorgen zu machen.

Bei einem Kunden allerdings, der im Dezember 2010 und im Januar 2011 Geschäfte mit dem Angeklagten machte, handelte es sich um einen nicht offen ermittelnden Polizeibeamten - im Fachjargon „NoeP“ genannt. Dieser war von einem echten Kunden des 24-Jährigen an diesen vermittelt worden, der zuvor selbst ins Visier der Ermittler geraten war.

Beim ersten Zusammentreffen Mitte Dezember 2010 bestellte der „NoeP“ für etwa 900  Euro 260 Gramm Haschisch bei dem 24-Jährigen. Er erhielt aber nur rund 250 Gramm. Rund 10 Gramm habe er bei vielen Deals für den eigenen Gebrauch „abgezwackt“, erklärte der Angeklagte dem Gericht.

Für Januar 2011 beraumten der 24-Jährige und der vermeintliche Kunde dann den größten in der Anklage genannten Deal an. Nach einigem Hin und Her sagte der Angeklagte zu, ein Kilo Marihuana für 5500 Euro zu liefern. Was der Beamte - kurz vor Festnahme des Angeklagten - in einer Plastiktüte überreicht bekam, waren aber offenbar nur rund 663 Gramm.

Dass der Angeklagte seit jenem Tag vor rund zwei Jahren nicht mehr mit Straftaten aufgefallen ist, hielt ihm das Gericht ebenso zugute, wie sein Geständnis und den Umstand, dass ein erfolgreiches Ende seiner Ausbildung absehbar ist. Man wolle ihm seine Chancen auf anständige Lebensführung nicht verbauen. Deshalb sei die verhängte Strafe angemessen.

Damit dem 24-Jährigen keine Gewinne aus den Drogengeschäften bleiben, ordnete das Gericht den Verfall von Wertersatz in Höhe von 19 000 Euro an – diese Summe soll der 24-Jährige in Raten an die Staatskasse zahlen.

Von Katja Schmidt

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