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Letzter Zissel in Kassel ohne Schleuse

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Arbeiten liegen im Zeitplan: Die neue Stadtschleuse soll im April 2023 in Betrieb genommen werden.
Arbeiten liegen im Zeitplan: Die neue Stadtschleuse soll im April 2023 in Betrieb genommen werden. © Andreas Fischer

Die neue Stadtschleuse in Kassel soll im April 2023 in Betrieb gehen.

Kassel – Wenn am kommenden Sonntag der Wasserfestzug des Zissels stattfindet, dann werden noch keine Boote dabei sein, die vom Kasseler Hafen kommen. Das wird sich im kommenden Jahr ändern. Denn im April 2023 soll die neue Stadtschleuse in Betrieb genommen werden.

Er sei glücklich und stolz, wie schnell der Neubau der Schleuse umgesetzt worden sei, sagte Oberbürgermeister Christian Geselle am Montag bei einem Ortstermin an der Fulda. Die alte Schleuse war 2016 stillgelegt worden.

Und er sei froh, dass der Kostenrahmen von 9,3 Millionen Euro wohl auch gehalten werden könne (siehe Hintergrund). Durch den Neubau der Schleuse werde die Fulda wieder vom Ober- zum Unterlauf beschiffbar. Die Schleuse sei Kassels „kleines Tor zur Welt“, so Geselle. Die neue Schleuse aus Stahlbeton hat eine Nutzlänge von 35 Meter, ist sieben Meter breit und sechs Meter hoch. Damit orientiere man sich an den Schleusen im weiteren Verlauf der Fulda bis Hann. Münden. In der neuen Schleuse, die in die alte reingebaut worden ist, passe auch das Fahrgastschiff „Hessen“.

2500 Kubikmeter Stahlbeton sind nach Angaben von Projektleiter Harald Jordan (Kasselwasser) zum Bau der neuen Schleuse verwendet worden. Die Schleuse hat ein Fassungsvermögen von rund 1700 Kubikmeter Wasser. Ab Mittwoch soll mit den Abbrucharbeiten der alten Kammerwand unter Wasser begonnen werden. Dann müssen eigentlich nur noch die Tore der Schleuse, Kabelwege und die Elektromesssteuerungsregeltechnik installiert werden. Bei der neuen Schleuse sollen sich nämlich alle Schiffe und Boote selbst schleusen können.

Derzeit müsse man nur „bibbern“, dass auch alle Elektronikbauteile der Firma Siemens rechtzeitig geliefert würden, die für die Elektromesssteuerungsregeltechnik erforderlich sind, sagt Kasselwasser-Betriebsleiter Uwe Neuschäfer. Denn da gebe es mitunter Hiobsbotschaften von einem Jahr Wartezeit. „Wir sind aber frohen Mutes, dass wir das hinkriegen.“ Wenn nicht, stellt sich Neuschäfer als Schleusenwärter zur Verfügung. Er geht im April 2023 nämlich in den Ruhestand. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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