Ganze Schule begeistert

Lichtenberg-Schüler erfinden Spiel "Spencern": Mit drei Münzen zum Sieg

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Fingerspitzengefühl gefragt: Sechs Abiturienten der Lichtenbergschule in Kassel haben in den Pausen und Freistunden ein Spiel mit Münzen entwickelt – das Spencern. Zu den Erfindern gehören Jona Gruber (von links), Lasse Plümerer, Tom Kurtz, Marc Dittmar, Patrick Lutzi und Nick Jahn. Das Bild rechts zeigt das Spielfeld.

Was Schülern nach dem Abitur in ihrer Freizeit so alles einfällt, ist schon erstaunlich. Sechs Abiturienten der Lichtenberg-Schule haben sogar ein Spiel erfunden: das Spencern. Wir zeigen, wie es geht und warum es die ganze Schule begeistert hat.

Die ersten Klausuren sind geschafft, die Schulstunden werden weniger und die Pausen dazwischen immer länger. Grund zur Langeweile? Für sechs Abiturienten der Lichtenberg-Schule in Kassel auf keinen Fall. Sie haben die Freistunden genutzt, um ein Spiel zu entwickeln – das Spencern. Angefangen hatte alles mit drei Münzen und einem Sportlehrer.

Aber was genau war da eigentlich los? „Wir haben im Unterricht über Koordination und Krafteinsatz gesprochen“, sagt Jona Gruber. Sportlehrer Jakob Sievers habe seine Schüler Münzen über einen Tisch schnippen lassen, um ein Gefühl für die Kraft in den Fingern zu bekommen. Eigentlich banal, aber Gruber und seine Freunde konnten auch in den Pausen nicht damit aufhören.

„Auf einen der Tische haben wir Linien gezeichnet und uns richtige Spielregeln überlegt“, erklärt Nick Jahn. Ziel ist es, unterschiedlich große Geldstücke in verschiedene Bereiche zu befördern, die unterschiedlich groß sind und bepunktet sind.

Wie eine echte WM

Je länger die Sechs spielten, desto mehr Spaß machte es. „Irgendwann haben wir dann gedacht, es wäre doch eine lustige Idee, daraus eine Art Weltmeisterschaft zu machen“, sagt Lasse Plümerer. Angelehnt an die Fußball-WM stellten sie aus ihren Mitschülern Teams zusammen, die gegeneinander spielen sollten. Viertelfinale, Halbfinale, Finale – Jonas Lattek, der sich am Ende den Sieg und eine Urkunde holte, hatte schließlich mehr als hundert Zuschauer.

Gespannte Atmosphäre: Bei ihrem ersten Spencer-Turnier haben mehr als hundert Schüler zugeschaut und mitgefiebert. 

So viele Schüler hatten wohl bislang noch nie in der großen Pause auf einen einzigen Tisch gestarrt. Nicht zuletzt auch deswegen, weil sich die sechs Erfinder bei den Turnieren kein Showelement nehmen ließen. „Wir haben die Teilnehmer in der Pause richtig mit Musik einlaufen lassen“, sagt Patrick Lutzi, Moderator der Spencer-Turniere. Außerdem gab es nach jedem Spiel einen Eintrag auf ihrer Facebook-Seite – ein bisschen Sportjournalismus gehört ja eben auch dazu. „Natürlich könnten wir auch alle mit unseren Handys in der Pause herumspielen, aber das macht doch viel mehr Spaß“, sagt Lutzi. Stimmt.

Bleibt nur noch die Frage: Warum eigentlich der Name Spencern? „Ach, so heißt ein Serienstar von früher, den wir cool finden. Es hat keinen tieferen Sinn“, sagt Lutzi. Und das muss es ja auch nicht immer. Nach den Abiprüfungen haben sich die Schüler schließlich auch ein bisschen Pause beim Grübeln verdient.

So geht’s

Alle wollen beim Spencern die Zehn Für das Spiel braucht man einen Tisch, ein Zwei-Euro-, ein 20-Cent- und ein Fünfcentstück. Auf dem Tisch sind unterschiedliche Felder eingezeichnet, für die es unterschiedliche Punkte gibt. Am schwierigsten ist es, mit einer der Münzen das sehr schmale Feld an der Tischkante zu treffen. Dafür gibt es natürlich am meisten Punkte. 

Das Zehn-Punkte-Feld ist nur ein schmaler Kreis, gerade so groß wie ein Zwei-Euro-Stück. Manche Felder haben es sogar richtig in sich: Trifft man das Dreieck auf der rechten Seite, muss man die erreichte Punktzahl durch Zwei teilen. Und auch in der Mitte des Feldes kann es einem passieren, dass die Spielrunde mit null Punkten endet. Wichtig ist, dass die Münze nicht nach der Startlinie losgelassen wird. Welche der Münzen man wählt, bleibt jedem selbst überlassen – nur die Kraft beim Wegschnippen variiert eben.

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