Große Resonanz bei Museumstag: Kinder experimentieren - Kostenfreie Führungen

Wo liegt der Brennpunkt?

Klappt es oder klappt es nicht: Fabian Plag zeigte im Astronomisch-Physikalischen Kabinett Kindern unter anderem auch am Computer Experimente mit Brennlinsen und Brennspiegeln. Fotos (2): Konrad

Kassel. „Fight Club: Mann gegen Mann.“ Kampfdarstellungen in der Antike und bei den Alten Meistern waren das Thema einer der Führungen im Museum Schloss Wilhelmshöhe. Die Antikensammlung und Gemäldegalerie waren eines von vielen Kasseler Museen, die am Sonntag anlässlich des Internationalen Museumstages Besuchern kostenfreien Eintritt gewährten und Führungen anboten.

Christiane Just, Freie Mitarbeiterin des Museums, erklärt sieben Teilnehmern, wie sich Kampfdarstellungen im Laufe der Zeit verändert haben. Die ältesten Kampfrelikte im Museum etwa stammen aus der Zeit von 700 bis 600 vor Christus. Es sind Teile von Rüstungen - Helme und Brustpanzer. Erste Kampfdarstellungen finden sich laut Just auf antiken Vasen. In der Sammlung sind etwa Vasen zu sehen, die Szenen aus dem Trojanischen Krieg zeigen.

Joachim Dümer (33) aus Kassel nimmt an der Führung teil. Er hatte darüber gelesen. „Ich finde das Thema sehr interessant“, sagt er. Eigentlich sei er aber kein großer Museumsgänger.

„Das Angebot nutzen überwiegend Menschen, die sonst nicht so oft ins Museum gehen, aber durchaus kunstinteressiert sind“, sagt Just. Dann berichtet sie vom Helden Achill, der vor der Leiche seines Freundes Patrokles steht, oder von Herkules, der auf den Darstellungen den gesitteten Griechen verkörpert und gegen die Barbaren kämpft.

Allein in den ersten beiden Stunden zählt Museumsmitarbeiter Sven Kretschmayer 300 Besucher.

Gut ist die Resonanz auch im Astronomisch-Physikalischen Kabinett in der Orangerie. Das sagt Oberaufseher Wolfgang Vitt. Die „Experimente mit dem Sonnenfeuer“ des Labors Funkenflug sind ausgebucht. Fabian Plag erklärt zwölf Kindern alles über Brennlinsen und Brennspiegel. „Was haben Linsen zum Essen und optische Linsen gemeinsam?“ Klar, die nach außen gewölbte Form. „Konvex nennt man das“, weiß eines der Kinder.

Nach etwas Theorie geht’s praktisch weiter. Mit optischen Linsen, Zollstock und Taschenlampe ermitteln die Kinder Umkehrpunkt und Brennpunkt. Dann erfahren sie, dass das eigentlich dasselbe ist.

In der Ausstellung berichtet Plag anschließend am Beispiel von großen Linsen, dass man damit Holz zum Brennen bringen und sogar Metall schmelzen kann.

Etwas Kokeln stand am Ende dann draußen auch auf dem Programm. „Na endlich“, sagt ein Junge und freut sich. Doch der Freude macht eine schattige Phase einen Strich durch die Rechnung. Damit Papier nämlich so heiß wird, dass es brennt, muss das Licht bei Sonnenschein gebündelt werden.

Von Mirko Konrad

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