Neuanfang geplant

Eigentümer lässt Inventar entfernen: Limerick wird geräumt

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Abtransport: Gestern wurden Möbel und andere Gegenstände aus dem Restaurant Limerick an der Ecke Wilhelmshöher Allee / Germaniastraße getragen. Ein neuer Gastronom will dort ein anderes Lokal eröffnen.

Vorderer Westen. Die Tage des Restaurants Limerick an der Germaniastraße scheinen endgültig gezählt. Mittwoch wurde das Inventar des bisherigen Pächters aus der Gaststätte getragen.

Hintergrund ist ein langwieriger Rechtsstreit vor dem Landgericht Kassel. In diesen komplizierten Fallsind der Alteigentümer der Immobilie und die bisherigen Pächter des Restaurants involviert. Ebenfalls betroffen ist der neue Käufer des Objekts, der in den Räumen gern ein anderes Lokal eröffnen würde.

1994 hatte das Limerick an der Ecke Wilhelmshöher Allee/Germaniastraße seine Türen geöffnet. Ein ehemaliger Bundesligaspieler hatte die Immobilie als Kapitalanlage gekauft. Jahrelang war das Restaurant gut frequentiert. Es war an einen Kasseler verpachtet, der 2010 aber zahlungsunfähig wurde. Der Bundesligaspieler erwirkte anschließend vor dem Landgericht eine Zwangsräumung. Dieses Urteil sei bis heute rechtskräftig, bestätigt Landgerichtssprecher Dirk Liebermann auf HNA-Anfrage.

Verhandlung statt Räumung

Statt der Räumung gab es Gespräche zwischen dem Pächter und dem Eigentümer über einen Verkauf der Ladenfläche. In der Zwischenzeit führte ein neuer Betreiber das Restaurant, da der bisherige wegen seiner eidesstattlichen Versicherung dies nicht länger durfte. Dafür hatten beide einen Unterpachtvertrag geschlossen. Später behauptete der Eigentümer, von dem Unterpachtvertrag zunächst nichts gewusst zu haben. Die Gegenseite bestritt dies.

Als die Verhandlungen zwischen Eigentümer und Pächter über einen Verkauf der Immobilie im November 2012 endgültig scheiterten, nahm der Bundesligaspieler einen neuen Anlauf für die Zwangsräumung. Dafür erwirkte er eine einstweilige Verfügung – die diesmal gegen den Unterpächter gerichtet war. Diese Verfügung war Ende Dezember aber wieder vom Landgericht aufgehoben worden. Der Eigentümer durfte das Restaurant bis auf Weiteres nicht räumen lassen.

Damals sagte der Bundesligaspieler gegenüber der HNA, dass er einen neuen Käufer für die Immobilie gefunden habe und deshalb an einer schnellen Räumung interessiert sei. Der neue Käufer ist ein Gastronom aus Kassel. Gegenüber der HNA sagte er, der Kauf sei bereits abgeschlossen.

Auf welcher rechtlichen Grundlage die Räumung stattfand, konnte Mittwoch nicht geklärt werden. Landgerichtssprecher Liebermann sagte, dass der erste Räumungstitel gegen den Pächter nach wie vor rechtskräftig sei, das zweite Verfahren gegen den Unterpächter aber noch vor dem Frankfurter Oberlandesgericht anhängig sei, da der Eigentümer Rechtsmittel eingelegt habe. „Was der Gerichtsvollzieher vor Ort macht, dazu können wir als Gericht nichts sagen“, sagt Landgerichtssprecher Liebermann.

Von Bastian Ludwig

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