Gegen volle Straßenbahnen

Linie 1 wird 60 Meter lang: Ab Mitte Dezember gekoppelte Trams

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Linie 1 wird 60 Meter lang: Ab Mitte Dezember gekoppelte Trams

Kassel. Sie sind 60 Meter lang und können 320 Fahrgäste befördern: Künftig setzt die KVG auf der stark nachgefragten Linie 1 Doppeltrams ein – also zwei hintereinandergekoppelte Straßenbahnen.

Im Fachjargon heißt das Doppeltraktion. Mit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember wird bei mehr als jeder zweiten Fahrt der Linie 1 zwischen Bergpark Wilhelmshöhe und Vellmar eine Doppeltram unterwegs sein.

Damit will die KVG die Kapazität auf der Strecke erhöhen, die täglich von rund 29 000 Menschen genutzt wird. Noch sind die Trams zu Stoßzeiten mitunter so voll, dass Fahrgäste an den Haltestellen zurückbleiben. Besonders im Bereich des Uni-Campus am Holländischen Platz reicht der Platz in den Trams und auf den Bahnsteigen nicht aus.

Natürlich freue man sich, dass der ÖPNV so gut angenommen werde, sagte Andreas Helbig, Vorstandschef der KVG. „Wir dürfen aber nicht riskieren, dass durch übervolle Fahrzeuge Überdruss entsteht.“ Die Doppeltrams seien eine „kostenoptimale Lösung“, um das Angebot zu verbessern.

Denn obwohl in den gekoppelten Straßenbahnen 320 statt 160 Fahrgäste befördert werden könnten, brauche man nur einen Fahrer. Den Befürchtungen, dass die langen Trams in der Innenstadt wie unüberwindbare Hindernisse wirken, stellte Helbig den Nutzen gegenüber. „Im Interesse der Kaufleute müsste es allemal sein, wir fahren die Kunden ja direkt bis vor die Geschäfte.“

Zusätzlich werden die Kapazitäten auf der überlasteten Strecke durch die Regiotrams 3 und 4 des NVV verstärkt, die künftig von der Innenstadt weiter durch die Holländische Straße geleitet werden. Dafür sind in den vergangenen Wochen die Haltestellen Holländischer Platz, Hegelsbergstraße und Halit-Platz an der Holländischen Straße verlängert und die Gleise für die breiteren Regiotrams aufgeweitet worden. Das hat 2,5 Millionen Euro gekostet.

Durch den Umbau habe die Holländische Straße, obwohl Gehwege und Parkstreifen teilweise verschmälert werden mussten, an einigen Stellen sogar an Attraktivität gewonnen, sagte Stadtbaurat Christof Nolda. Uni-Präsident Prof. Rolf-Dieter Postlep freute sich über die Verbesserung für die vielen ÖPNV-Nutzer unter den 23 000 Studenten und 3000 Beschäftigten der Hochschule.

An der deutlich größeren Haltestelle gebe es nun mehr Sicherheit. Allerdings plädierte Postlep erneut dafür, die Haltestelle mittelfristig auf den Parkplatz an der Henschelstraße zu verlegen.

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, will die KVG ab 2015 auf der Linie 1 durchgängig Doppeltrams einsetzen. Dafür sollen die Niederflurtrams der ersten Generation aus den 90er-Jahren nach und nach umgerüstet werden, damit sie aneinandergekoppelt werden können.

Von Katja Rudolph

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