A 7: Jeden zweiten Tag ein Lkw-Unfall

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Lkw-Unfall vor einer Woche auf der A 7 an der Anschlussstelle Kassel-Mitte: Laut Polizei-Statistik ereignet sich im A-7-Abschnitt zwischen Hann. Münden-Lutterberg und Guxhagen jeden zweiten Tag ein Unfall mit Lastwagen-Beteiligung.

Kassel. Der Eindruck, auf den Autobahnen im Bereich Kassel steigt die Zahl der Lkw-Unfälle, täuscht. Laut aktuell ermittelter Zahlen der Polizei hat sich die Zahl der Unfälle mit Lastwagen-Beteiligung vor allem auf der stark betroffenen Autobahn 7 im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert.

Erschreckend ist aber: Auf der A 7 hat sich in den ersten vier Monaten beider Jahre jeden zweiten Tag ein Lkw-Unfall ereignet.

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Bis Ende April waren Lastwagen 63-mal in Unfälle verwickelt. Vor einer Woche gab es auf der A 7 zwischen Kassel-Ost und Kassel-Mitte erneut zwei schwere Unfälle. Kilometerlange Staus bis zur Werratalbrücke bei Hedemünden und stundenlange Wartezeiten waren die Folge. Sind schwere Lkw in Unfälle verwickelt, dauert es, auch wenn kein Mensch zu Schaden gekommen ist, oft mehrere Stunden, quer stehende oder umgestürzte Fahrzeuge zu bergen. Verlorene Ladung oder große Mengen ausgelaufener Dieselkraftstoff sorgen für weitere Verzögerungen, bis die Autobahn wieder frei ist.

Die Unfälle und Staus in den Monaten April und Mai auf der A 7 waren wohl nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen dürfte. Denn die Autobahn bleibt in den nächsten fünf Jahren Baustelle. Bis August dieses Jahres werden noch die Winterschäden beseitigt. Ab November soll dann der A-7-Abschnitt zwischen Kassel-Ost und Kassel-Süd von sechs auf acht Fahrspuren erweitert werden. Das wird bis 2016 dauern.

Auch für die Polizei ist klar: „Ohne Verkehrsbehinderungen wird es nicht gehen“, sagt Polizeisprecher Torsten Werner. Dass die Dauerbaustelle über Jahre zum Nadelöhr wird und Staus zur Regel werden dürften, „können wir nicht verhindern“.

Wenn sich zudem auch noch immer wieder Unfälle mit Lastwagen ereignen, was angesichts der Polizeistatistik höchst wahrscheinlich ist, dürfte es auf den Autobahnen im Großraum Kassel sowie auf den Umleitungsstrecken in der Region häufiger zu solch katastrophalen Verkehrsverhältnissen kommen, wie sie Anfang April und Anfang Mai zu beobachten waren (siehe Hintergrund).

Im Polizeipräsidium Nordhessen verweist man zwar darauf, dass die hohen Zahlen der Lkw-Unfälle auf der A 7 im ersten Jahresdrittel auch mit den Wintermonaten zu tun hätten. Aber die brisante Lage ist erkannt. „Wir machen uns Gedanken“, sagt Werner, wie man in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) die Situation entschärfen könnte. Die A 7 gilt als eine der am stärksten befahrenen Nord-Süd-Achsen in Deutschland.

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