Inzidenz sinkt stetig

Hohe Corona-Inzidenz in Kassel – Erste Lockerungen wohl ab Freitag

„Click&Meet“
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Wird in Kassel bald wieder Einkaufen mit vorheriger Terminvereinbarung möglich sein? Im Vergleich zum bundesweiten Schnitt und der Corona-Inzidenz in Hessen sind die Zahlen in Kassel noch relativ hoch. (Symbolbild).

Die Corona-Inzidenz in Deutschland und in Hessen sinkt deutlich unter 100, der Wert in Kassel ist jedoch weiter hoch. Trotzdem könnten bald Lockerungen kommen.

Kassel – Bundesweit ist die Corona-Inzidenz deutlich unter die 100er-Marke gesunken, auch in Hessen liegt sie unter diesem Wert, der Lockerungen verspricht. In Kassel liegt der Wert dagegen weiter relativ hoch: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist mit 138,5 unterdessen weiter deutlich über dem hessischen (92,6) und dem bundesweiten (83,1) Durchschnitt. Woran kann das liegen?

Hohe Corona-Inzidenz in Kassel: Fragen und Antworten

Wie entwickelt sich die Inzidenz in Kassel? Auch in Kassel ist der Wert, der die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100 000 Einwohnern angibt, zuletzt gesunken – auch wenn er immer noch deutlich über dem Wert des Landkreises (107,3) liegt. Am Montag lag die Inzidenz in der Stadt am vierten Tag in Folge unter der 165er-Marke.

Wo liegen die Gründe für die hohe Inzidenz? Es gibt keine Hotspots, die häufig für ein großes Infektionsgeschehen verantwortlich sind. Die Stadt testet auch nicht anders als andere Städte oder Kreise. Und auch die Nähe zu anderen Gebieten mit hoher Inzidenz – wie etwa Sachsen mit Blick auf Tschechien angibt – fällt als Ursache weg. Deshalb bleibt es bei der vagen und für viele unbefriedigende Antwort der Stadt, dass ein „diffuses Infektionsgeschehen“ für die hohe Inzidenz verantwortlich ist. Das heißt: Die Menschen stecken sich schlicht untereinander an – zuletzt vor allem am Arbeitsplatz durch unvorsichtiges Verhalten und in der Familie.

Corona in Kassel: Stadt liegt über bundesweitem Durchschnitt

Ist Kassel die einzige Stadt, die deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt liegt? Nein. Zwar hatte Kassel in Hessen nach Fulda (138,9) am Montag (17.05.2021) die zweithöchste Inzidenz, in Deutschland gibt es allerdings Städte und Landkreise, die deutlich höhere Corona-Werte haben – teils über 200. So rätselte man zuletzt beispielsweise auch im bayrischen Fürth und im baden-württembergischen Rastatt darüber, warum die Werte deutlich höher lagen als im Schnitt – und wie in Kassel gab es auch dort keine klare Antwort auf die Frage. Der Aerosol-Experte Dr. Gerhard Scheuch sagt übrigens: Dort, wo die Inzidenz – wie etwa in Kassel – lange niedrig war, werden die Leute unvorsichtiger. In Regionen mit hoher Inzidenz ist das Gegenteil zu beobachten: Die Menschen halten sich mehr zurück, sodass die Zahlen schneller sinken.

Gibt es denn auch gute Nachrichten beim Blick auf die Inzidenz? Die gibt es: In Kassel werden bei gleichbleibender Corona-Entwicklung ab Freitag (21.05.2021) Schulen (Wechselunterricht) und Kitas wieder öffnen, ab Samstag (22.05.2021) ist Click&Meet (Einkauf mit vorheriger Terminvereinbarung) möglich – letzteres mit einem negativen Corona-Test. Im Landkreis verändert sich zunächst nichts. Lockerungen gibt es erst ab einer Inzidenz von 100 an fünf Werktagen in Folge. Dann wird beispielsweise die Ausgangssperre aufgehoben und die Außengastronomie sowie Hotels und Campingplätze dürfen mit Auflagen öffnen.

Corona in Stadt und Landkreis Kassel: Zahl der Infizierten unverändert

Wie haben sich die Zahlen sonst entwickelt? 26 neue Fälle meldete das Gesundheitsamt am Montag (17.05.2021) für die Stadt und 33 für den Kreis. Sowohl in Kassel als auch im Kreis veränderte sich die Zahl der aktuell Infizierten nicht. 73 Infizierte wurden im Krankenhaus behandelt (minus 2), 30 von ihnen intensivmedizinisch. Zudem gibt im Landkreis zwei neue Todesfälle. (Marie Klement)

Corona-Impfungen für alle

Die Hessische Landesregierung hat eine Ausweitung der Impfkampagne beschlossen: Von Juni an soll die Registrierung demnach für alle Hessen geöffnet werden – unabhängig von der Priorisierungsgruppe. Das teilte Innenminister Peter Beuth mit. Bei der Terminvergabe würden aber weiter die ersten drei Priorisierungsgruppen bevorzugt. Gleichzeitig kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an, dass auch Betriebs- und Privatärzte ab 7. Juni impfen dürfen.

Noch vor den Sommerferien möchte das Land zudem damit beginnen, Schülern ab dem zwölften Lebensjahr ein Impfangebot zu machen, damit diese im Idealfall bis zum Start des neuen Schuljahres mindestens einmal geimpft seien, erläuterte Lorz. Voraussetzung dafür ist jedoch die Zulassung des Biontech-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA. Laut Gesundheitsminister Klose rechne man bald mit einer Zulassung. Der Bund habe zugesichert, den Ländern den erforderlichen Impfstoff zusätzlich bereitzustellen.

Alle aktuellen Informationen zur Corona-Lage in Deutschland gibt es in unserem News-Ticker.

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