Löschwasser aus der Buga

Einsatzkräfte übten für den Ernstfall im Industriegebiet Waldau

Kassel. Zum Schluss schossen 15.000 Liter Wasser pro Minute durch die Schläuche. Mit den Wassermassen sollte nicht nur das etwa fünf Meter hohe Feuer in Schach gehalten, sondern vor allen Dingen die beiden Kesselwagen gekühlt werden.

„Wenn die explodieren, ist das vergleichbar mit einer Fliegerbombe“, sagt Ralf Krawinkel, Sprecher der Kasseler Berufsfeuerwehr.

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Weil aus den beiden Eisenbahn-Druckgaskesselwagen Gas auf dem Gelände der Firma Progas im Industriegebiet Waldau ausgetreten war, wurde der große Einsatz am Samstag erst erforderlich. So war jedenfalls die Annahme.

In Wirklichkeit gab es gar kein Gasleck und das Feuer war von den Mitarbeitern von Progas vorsätzlich gelegt worden. Zusammen mit der Berufsfeuerwehr und den sieben Freiwilligen Feuerwehren übte das Unternehmen für den Ernstfall. 200 Leute machten bei der Katastrophenschutzübung mit.

Im Großen und Ganzen sei alles gut gelaufen, sagte Norbert Schmitz, Chef der Berufsfeuerwehr. Allerdings gab es auch kleinere Probleme. Und auf die wollen die Lebensretter im Katastrophenfall vorbereitet sein. So war zum Beispiel nicht nur die Sirene in Waldau angegangen, sondern auch in Bettenhausen, „Das sollte nicht sein“, sagt Schmitz.

Zudem gab es anfangs Probleme mit der externen Wasserversorgung. Sollte es bei einem Großbrand nicht ausreichend Löschwasser geben, so holen es sich die Feuerwehrleute aus dem Bugasee. Am Samstagvormittag war die erste Pumpe, an die die Männer den Schlauch anschlossen, allerdings defekt.

Zum Glück fuhr die Freiwillige Feuerwehr Forstfeld prompt mit einem Fahrzeug mit integrierter Pumpe vor. Die funktionierte. 800 Liter Wasser kann die Pumpe pro Minute aus dem See fördern. Um den Brand in 1,8 Kilometer Entfernung im Industriegebiet löschen zu können, mussten die Feuerwehrleute allerdings erst einmal 20 Meter lange Schlauchteile zusammenstecken. Auf dem Weg zum Feuer musste der Schlauch zwei Mal an Pumpen angeschlossen werden, um den Druck aufrecht zu erhalten.

Bilder von der Katastrophenübung

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Obwohl alles nur eine Übung war, kam dennoch Stress auf. Anspannung war in der Feuerwache Waldau zu spüren, wo die technische Einsatzleitung aufgebaut war. Von dort wurde der Einsatz koordiniert. Ein Kabelbruch erschwerte die Arbeit. „Hier sammeln wir wichtige Erfahrungswerte, wie wir im Ernstfall den Aufbau beschleunigen können“, sagt Krawinkel.

Die Katastrophenschutzübung wurde von der Polizei, den Landkreisfeuerwehren und Mitarbeitern des Regierungspräsidiums beobachtet, um Schwachstellen festzustellen. Normalerweise findet solch eine groß angelegte Übung nur alle ein bis zwei Jahre statt. Aber im kommenden Jahr werde es weitere Einsätze geben. Zur Vorbereitung des Hessentages und vor Inbetriebnahme des Flughafens in Calden, sagt Krawinkel.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Rubriklistenbild: © Fotos:  Fischer

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