TSV Süsterfeld: Jugendliche können Clubhaus noch immer nicht nutzen

Fußball ohne Unterkunft: Die Nachwuchskicker des TSV Süsterfeld können nach wie vor nicht ins ehemalige VfB-Clubhaus. Foto: Malmus

Süsterfeld-Helleböhn. Die Nutzung des VfB-Vereinsheims für den Jugendsport im Stadtteil wird zum Dauerproblem. Ein Dreivierteljahr nach der Ablehnung der VfB-Insolvenz ist immer noch keine Lösung in Sicht, ob und wann das Clubhaus für die Jugendfußballer des TSV Süsterfeld-Helleböhn zugänglich gemacht wird.

Die Toiletten, Duschen und Umkleiden können von den Kindern seit über einem Jahr nicht benutzt werden.

Das wäre nicht so tragisch, wenn eine praktikable Übergangslösung vorhanden wäre. Doch nach wie vor stehen für die Kinder ausschließlich Dixi-Toiletten zur Verfügung. Ein Obdach gibt es immerhin in der Baracke im vorderen Teil des Sportplatzes, dem ehemaligen Verkaufsraum. Den hatte die Stadt bereits zugänglich gemacht und jetzt zudem zugesichert, dort über einen Unterzähler dem TSV Strom und Wasser freischalten zu lassen. Wegen der Schulden des VfB, die mindestens 300 000 Euro betragen sollen, liegt die Versorgung derzeit brach.

Während der jüngsten Ortsbeiratssitzung war sich das Gremium einig, dass eine vorübergehende Nutzung der Sanitäranlagen und Umkleiden der benachbarten Sporthalle der Fridtjof-Nansen-Schule im Wortsinn naheliegend sei. Diese solle die Stadt ermöglichen, zum Beispiel indem der TSV einen Schlüssel bekommt, oder Container am Sportplatz aufstellen.

Die Stadt beruft sich auf HNA-Anfrage allerdings darauf, dass die Sporthalle montags bis freitags bis zum Abend belegt sei und eine zusätzliche Nutzung der Umkleiden wegen der Geschlechtertrennung nicht möglich sei.

Nutzungsvertrag erstellen

Auch im Hinblick auf die weitere Nutzung des Clubhauses fordert der Ortsbeirat den Magistrat auf, eine Lösung zu organisieren. Henner Diehl, einer der beiden Liquidatoren des VfB, die sich um die Abwicklung des Pleitevereins kümmern, hatte indes nicht viel Neues zu berichten: „Es müssen viele Gespräche geführt werden“, entgegnete er auf den Vorwurf, das Duo sei untätig. Dem Vernehmen nach gibt es auch zwischen den beiden Liquidatoren Differenzen – Frank Dietrich ist offenbar zu einer Zusammenarbeit mit dem Ortsbeirat nicht mehr bereit, seit es Streit während der vorigen Sitzung gab (wir berichteten).

Warum durch die Liquidatoren nicht schon längst ein Nutzungvertrag zwischen den Liquidatoren des VfB und dem TSV und dem VfB-Nachfolgeverein VfR gemacht worden sei, fragte Wilfried Bonnet (Grüne), Rechtsanwalt und stellvertretender Ortsvorsteher, herausfordernd. „Das ist wäre eine ganz einfache, unproblematische Lösung – so einen Vertrag mache ich Ihnen in zwei Stunden. Aber aus unerklärlichen Gründen wird die Sache verkompliziert und verzögert.“ Im Sinne der Kinder gelte es endlich zu handeln.

Selbst wenn ein Nutzungsvertrag zustande käme, wären die Probleme nicht beseitigt. Denn Strom, Wasser und Heizung müssen auch im dem Clubhaus laufen, gab Kadri Eroglu, Leiter der TSV-Jugendfußballabteilung zu Bedenken: „Ich brauche für die Kinder Räume Toiletten und im Herbst Räume, die warm sind.“

Von Katja Rudolph

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