Bis 2018: Neuer Turm für die Kasseler Löwenburg

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Romantische Anlage mit erheblichem Sanierungsbedarf: Die Arbeiten an der Löwenburg werden noch mindestens fünf Jahre dauern und sollen 28,1 Millionen Euro kosten.

Kassel. Die Planungen für die Löwenburg sind schon mehrfach präsentiert und der Baustart mehrfach verschoben worden. Zuletzt musste für den Brandschutz eine große Löschwasserzsisterne gebaut werden. Jetzt ist es endlich soweit.

In den bereits ausgeräumten Gewölben stellten Kunstminiserin Eva Kühne-Hörmann und MHK-Direktor Prof. Bernd Küster die aktualisierten Pläne vor.

28,1 Millionen Euro soll die Komplettsanierung der als Ruine gebauten Burg aus dem 18. Jahrhundert kosten. Dafür werde man voraussichtlich bis zum Jahr 2018 brauchen. Ebenso wie ihre Kabinettskollegen, die kurz vor den Landtags- und Bundestagswahlen durchs Land touren, hatte Eva Kühne-Hörmann (CDU) beim Besuch in ihrer Heimatstadt eine frohe Botschaft im Gepäck. Die Finanzierung des ambitionierten Projekts sei gesichert, sagte sie.

Künstlicher Tuff

Historischer Rückblick: So sah der im Krieg zerstörteder Bergfried (links neben dem Damenbau) einmal aus.

Der historische Bergfried werde originalgetreu nach Plänen des Landgrafen Wilhelm IX. aus dem 18. Jahrhundert rekonstruiert, kündigte MHK-Direktor Küster an.

Mit einer Einschränkung: Statt des historischen Baumaterials wird ein künstlicher Tuffstein verwendet, der an der Kasseler Universität und der Uni Darmstadt entwickelt wurde. Der halte länger und schone die knappen Resourcen, die unter anderem für den Herkules gebraucht werden. Der Innenausbau hat bereits begonnen, der im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstörte Bergfried soll ab dem Frühjahr 2014 wieder aufgebaut werden.

Um Risse durch zu erwartende Setzungen zu vermeiden, werde man den Turm im mehreren Etppen bis zum Jahr 2018 bauen. Wenn er fertig ist, bietet er von einer Aussichtsplattform einen tollen Blick sowohl Richtung Herkules als auch zum Schloss Wilhelmshöhe und über die Stadt.

Inventar erhalten

Darüber hinaus sollen die Innenräume der Burg mit noch erhaltenen historischen Möbeln ausgestattet werden. Das Inventar stammt zu großen Teilen aus dem Jahr 1816 und ist trotz der Kriegseinwirkungen noch zu 80 Prozent erhalten. Ministerin Eva Kühne-Hörmann nannte die Wiederherstellung der Anlage ein in Deutschland einmaliges Projekt. Während der Bauarbeiten soll die Löwenburg für Besucher geöffnet bleiben.

Von Thomas Siemon

Archivvideo

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