Regionalmanager Holger Schach kündigt weitere große Investitionen in der Region an

Der Logistik-Boom geht weiter

GVZ in Kassel: Dieses Gewerbegebiet ist nahezu voll. Auf der freien Fläche im Vordergrund will der Investor Gazeley eine neue Logistikhalle bauen. Foto: nh

kassel. Nordhessen hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem der wichtigsten Logistikstandorte Deutschlands gemausert und hat nach Einschätzung von Regionalmanager Holger Schach noch ordentlich Potenzial.

Seit 2003 sind in diesem Bereich 8000 neue Jobs in der Region entstanden und drei bis 3,5 Milliarden Euro investiert worden. „Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen“, sagte Schach im Anschluss an die Expo Real in München, die wichtigste Immobilienmesse Europas. Dort hat das Regionalmanagement die verbliebenen großen Logistikflächen in Nordhessen beworben. Mit konkreten Vertragsabschlüssen kann Schach zwar nicht aufwarten, aber er prophezeit, dass weitere großflächige Ansiedlungen bevorstehen. „Nordhessen ist deutschlandweit der wichtigste Standort für Distributionslogistik. Wer hier eine Entscheidung fällen muss, kommt an uns kaum vorbei“, sagt er.

Grund für die herausragende logistische Attraktivität der Region ist die sogenannte Cut-off-Zeit. Das ist der späteste Zeitpunkt, zu dem Kunden Ware bestellen müssen, die sie am nächsten Morgen brauchen. Und die ist in Nordhessen ideal, weil die Region in der Mitte Deutschlands und Europas liegt und von hier aus alle Punkte des Landes am besten erreicht werden können. „50, 60 Kilometer weiter verkürzt sich die Cut-off-Zeit schon“, so Schach.

Die großen Logistikflächen, die meist an einer oder mehreren Autobahnen liegen, sind unterschiedlich groß und belegt: Diemelstadt (Kreis Waldeck-Frankenberg): Von 20 Hektar (ha) an der A  44 – das sind 200 000 Quadratmeter oder 23 Fußballplätze – sind fünf belegt. Breuna / Wolfhagen (Kreis Kassel): Von 57 Hektar an der A  44 sind 17,5 belegt. Neu-Eichenberg (Werra-Meißner-Kreis) an der A  7 und A  38 ist mit 820 000 ha – das entspricht 96 Fußballfeldern – die größte Gewerbefläche in der Region. Erst 17 Prozent sind belegt, aber sowohl dieser Standort als auch Wolfhagen /Breuna und Diemelstadt werden absehbar als Ausweichflächen dienen, weil das Güterverkehrszentrum (GVZ) in Kassel mit seinen 60 bestehenden und fünf geplanten ha weitgehend belegt ist.

Dieselbe Funktion übernehmen künftig auch entsprechende Flächen in Homberg (Schwalm-Eder-Kreis) und Neuenstein (Hersfeld-Rotenburg) – allerdings für den Raum Hersfeld, in dem die Logistikflächen ebenfalls knapp werden. Homberg an der A  7 bietet 61,8 ha, von denen 40 belegt sind. Neuenstein an der A  7 ist mit 6,37 ha relativ klein, fünf davon sind noch zu haben.

Ein wichtiger Grund für den anhaltenden Bedarf an Logistikflächen ist das weltweite Ersatzteilzentrum OTC von VW in Baunatal, das mittlerweile zahlreiche Satelliten in der Region hat. Denn mit jedem neuen Modell müssen je nach Fahrzeuggröße 3000 bis 6000 mitunter sehr sperrige Teile in großen Mengen eingelagert werden.

Von José Pinto

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