Logistik geht neue Wege

Lokbauer Bombardier und DB-Tochter Schenker optimieren Transportkette

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Partner auf Augenhöhe: Schenker wickelt sämtliche Straßentransporte für Bombardier ab. Unser Foto zeigt Bombardier-Hallenkoordinator Stefan Brockmann (links) und Kraftfahrer Christian Rieck beim Prüfen der Frachtpapiere. Foto: Bombardier/Schenker/nh

Kassel/Lohfelden. Der Kasseler Lokbauer Bombardier und die Lohfeldener Niederlassung der Bahntochter DB Schenker gehen bei der Logistik seit einem Jahr neue Wege. Sie haben die gesamten Transport-Aktivitäten des Werks gebündelt.

Das heißt: Alles, was ins Werk hinein- und aus ihm herausgeht, wickelt der weltweit tätige Frankfurter Logistik-Dienstleister für den Bahntechnik-Hersteller ab.

Damit senken die Lokspezialisten nicht nur ihre Logistik-Kosten, sondern sparen auch Zeit und schonen die Umwelt durch eine Standardisierung und Optimierung der Transportkette, wie Einkaufsleiter Valentin Degenhardt erläutert. „Das ist ein echter Wettbewerbsvorteil“, erklärt Bombardier-Werkleiter Steffen Riepe ohne Angaben zum Sparvolumen zu machen.

Das neue Logistikkonzept ist Resultat der jahrelangen Zusammenarbeit der beiden Konzerne. Zueinander gefunden haben sie 2006 bei einem Treffen des Mobilitätsnetzwerks Mowinet des Regionalmanagements Nordhessen, das heute seinen großen Logistiktag im Kongress Palais abhält. Es ist eines der bundesweit größten und bedeutendsten Branchentreffen.

Die Zusammenarbeit mit Bombardier verlangt Schenker eine sehr hohe Flexibilität ab. Denn die Auftragsschwankungen sind zum Teil gewaltig. Mal befinden sich zwei oder drei Loks in Bau, mal sind es 16. Diese Schwankungen gleichen die Logistikprofis mit einem selbst betriebenen 10.000 Quadratmeter-Lager in Kaufungen aus, das ein nicht selten tonnenschweres Bauteil in ganz dringenden Fällen in gut einer Stunde an den Montageplatz liefert. „Wir atmen mit DB Schenker“, lobt der Leiter der Bombardier-Produktionsplanung, Stefan Gabel. „Das geht nur mit viel Vertrauen und einer Partnerschaft auf Augenhöhe“, betont der Leiter der DB-Schenker-Niederlassung Lohfelden, Ulrich Meißner.

Die Logistik-Experten wissen wie Bombardier tickt, kennen die Produkte genau. Und Bombardier hat stets dieselben Ansprechpartner und muss nicht lange erklären, warum ein Bauteil am besten gestern geliefert werden muss.

Schenker organisiert aber nicht nur sämtliche Straßentransporte in der Region und im Inland, sondern auch international. Dass etwa drei italienische Zulieferer den Transport ihrer Produkte unabhängig voneinander etwa zur gleichen Zeit mit eigenen Fahrzeugen nach Kassel schickten, passiert heute nicht mehr. Weil sie auf die Schenker-Computersysteme aufgeschaltet sind, organisiert der Logistik-Dienstleister jetzt einen einzigen Transport.

Das kann nur einer, der über ein auch international dichtes Niederlassungsnetz verfügt. „Aufträge an Schenker werden auch von Schenker ausgeführt und nicht von Dritten“, betont Meißner.

Von José Pinto

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