Logistikgewerbe am Pranger: 50 Fahrer kommen zu Ver.di-Treffen

Kassel. 50 Fernfahrer sind am Samstag zu einem Treffen der Gewerkschaft Ver.di nach Kassel gekommen. Sie wollten sich über ihre Rechte gegenüber Arbeitgebern informieren.

Ver.di will mit der Aktion die Missstände in der Branche bekämpfen. So stehen seit Anfang des Jahres einige Speditionen in Kassel und Umland am Pranger. Sie sollen sittenwidrige Löhne zahlen und Mitarbeiter zu Ruhe- und Lenkzeit-Verstößen zwingen.

Bei dem Treffen in Eppo's Clubhaus bestätigten die Anwesenden die Vorwürfe. "Die Probleme sind überall gleich: Arbeitszeiten, Finanzen, unbezahlte Nebenleistungen, die eingefordert werden, der Zustand der Fahrzeuge", sagte ein Fahrer. Auch Berufsanfänger beklagten die Situation: „Ich arbeite 70 Stunden in der Woche. 45 bekomme ich bezahlt – mit 600 Euro plus Spesen“, sagte ein Auszubildender.

Dass nur 50 von mehreren tausend Fernfahrern in der Region zu dem Treffen kamen, beurteilten die Anwesenden nicht kritisch: "Im Gegenteil: Es wundert mich sogar, dass es so viele sind", sagt ein Fernfahrer. Viele halte die Angst um den Job fern. Es ging sogar das Gerücht um, Arbeitgeber beobachteten, wer zu dem Ver.di-Treffen kommt.

„Ich könnte mir das durchaus vorstellen“, sagte ein Fahrer. Die Meinungen über die Ver.di-Aktion waren gespalten: Manche bezweifelten, dass die Gewerkschaft überhaupt etwas tun kann. Andere berichteten von gewonnenen Auseinandersetzungen mit Arbeitgebern. (gör)

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