streicht 32 von 60 Arbeitsplätzen in Waldau wegen Umstrukturierung

Logistikkonzern Kühne+Nagel baut am Kasseler Standort Jobs ab

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Künftig nur noch Luft- und Seefracht: Am Standort Kassel-Waldau gibt der Logistikkonzert Kühne + Nagel sein Landverkehrsgeschäft auf. Es wird künftig von Hauneck aus abgewickelt.

Kassel. Der Logistikkonzern Kühne + Nagel (K+N) baut an seinem Kasseler Standort im Industriegebiet Waldau 32 von 60 Arbeitsplätzen ab.

Aus der Schweizer Konzern-Zentrale wurden Informationen der HNA bestätigt, wonach das Unternehmen seine Abteilung Landverkehre in Nordhessen schließen wird. K+N will sich in Kassel nur noch mit Luft- und Seefracht befassen.

Die Pläne wurden kürzlich in einer Betriebsversammlung mitgeteilt. Nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di laufen zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat Sozialplanverhandlungen für die betroffenen Mitarbeiter. Ver.di-Sekretär Manuel Sauer sagte, es zeichne „sich jetzt schon ab, dass für die Mehrzahl das Ende bei Kühne + Nagel gekommen“ sei.

Eine K+N-Sprecherin teilte mit, man könne „zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass es im Laufe des Jahres zu betriebsbedingten Kündigungen kommen wird“. Wo dies möglich sei, sollten den Betroffenen alternative Arbeitsplätze angeboten werden. Die nächstgelegenen K+N-Standorte befinden sich unter anderem in Stadtallendorf, Eisenach sowie in Hauneck bei Bad Hersfeld, wo K+N die Speditionsfirma Carl Drude mit 150 Mitarbeitern übernommen hat.

Schon als dieses Geschäft Ende 2011 publik wurde, hatte K+N angekündigt, den Standort Hauneck bis Mitte dieses Jahres zur Drehscheibe seiner Europa-Verkehre ausbauen zu wollen. Dies, so die Konzernsprecherin, sei der Hintergrund für die „Umstrukturierung“ in Kassel. Von Osthessen aus will K+N täglich 50 europäische Wirtschaftszentren mit getakteten Stückgutverkehren per Lkw verbinden.

Manuel Sauer, Fachsekretär für Speditionen und Logistik bei Ver.di, nannte es „bedauerlich, dass Kühne + Nagel die besondere strategische Ausrichtung der Logistikregion Nordhessen nicht zur Kenntnis nimmt und sich in einem Kernbereich aus ihr zurückziehen wird“. Die betroffenen Mitarbeiter in Waldau stünden vor einer ungewissen Zukunft. Einige wurden schon seit Jahrzehnten im Betrieb arbeiten, sagte Sauer. Der Konzern wiederum betonte, trotz der Umstrukturierung am Standort Kassel festzuhalten.

Nach Aussage der Gewerkschaft ist die derzeitige Geschäftslage bei Kühne + Nagel „sehr positiv“. Insofern sei der Konzern „auch in moralischer und wirtschaftlicher Weise verpflichtet“, bei den Sozialplanverhandlungen entsprechende Abfindungszahlungen zuzusagen, forderte Sauer. Die Betroffenen müssten „einen Ausgleich für die fragwürdige Entscheidung des Konzerns erhalten“.

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