100 Mitarbeiter

Lohfeldener Rüssel: Neues Nutzfahrzeugzentrum von Mercedes-Benz

Kassel. Edelstahl, Glas und schicke, hochwertige Büromöbel dominieren den lichtdurchfluteten Verkaufsraum. Die Transporter und Kleinbusse werden fast wie Edelkarossen präsentiert.  Das Auge kauft eben auch beim Erwerb eines Nutzfahrzeugs mit.

„Für viele unserer Kunden ist auch die Anschaffung eines Transporters ein sehr emotionaler Moment“, weiß Andreas Jesek. Dem Leiter des neuen Nutzfahrzeugzentrums der Mercedes-Benz-Niederlassung Kassel/Göttingen am Lohfeldener Rüssel ist der Stolz auf den großzügigen und funktionalen, aber auch architektonisch ansprechenden Industriebau anzumerken.

In nur zehnmonatiger Bauzeit sind auf dem 44.000 Quadratmeter großen Areal moderne Präsentations-, Verkaufs- und Besprechungsräume sowie zwei Werkstattriegel, eine 28 Meter lange Lackierhalle und ein großes Ersatzteillager entstanden. Mit 20 Millionen Euro war das Projekt veranschlagt. Am Ende ist es 700.000 Euro billiger geworden, sagt Jesek.

Für den Umzug gab es mehrere Gründe: Am alten Standort in Bettenhausen war es zu eng geworden. Hinzu kommt die weit bessere Erreichbarkeit des modernen Nutzfahrzeugzentrums direkt an der meistbefahrenen Autobahn und wichtigsten Transitstrecke Europas. Denn gerade der Servicebereich des Truckcenters lebt nicht von der regionalen Kundschaft allein.

100 Reparaturen auf 15 bis zu 24 Meter langen Bahnen für Lkw und Transporter sind täglich möglich, und auch für die Ausweitung des Geschäfts ist noch Luft. 100 Mitarbeiter sind im neuen Nutzfahrzeugzentrum tätig. Neue Stellen sind möglich, wenn sich die ohnehin gute Auftragslage weiter bessert.

Nach Angaben des Direktors der Niederlassung Kassel/Göttingen, Lars Pauly, läuft das Nutzfahrzeuggeschäft hervorragend. Gründe sind die gute Inlandskonjunktur sowie der Nachholbedarf, der im Zuge der Finanzkrise entstanden ist, als sich viele Unternehmen mit Investitionen zurückgehalten haben.

Auf dem alten Nutzfahrzeuggelände in Bettenhausen soll absehbar ein neues, repräsentatives Gebäude für die Pkw-Sparte entstehen. Was dann mit der jetzigen Immobilie auf der gegenüberliegenden Straßenseite passiert, sei noch unklar, sagt Pauly. Denn trotz des allgemein schwierigen Automarktes im Inland entwickelt sich auch das Daimler-Pkw-Geschäft gut. Pauly führt dies vor allem auch auf die moderne Produktpalette des Stuttgarter Autobauers zurück.

Die Niederlassung verkauft jährlich fast 2000 neue und 2300 gebrauchte Pkw, 850 neue sowie 400 gebrauchte Transporter und nicht zuletzt 450 neue Lkw. Zum Niederlassungsumsatz machen die Stuttgarter keine Angaben.

Insgesamt beschäftigt die Niederlassung 480 Mitarbeiter am neuen und alten Standort sowie in Göttingen. (jop)

Hintergrund

Daimler-Nutzfahrzeugsparte läuft so gut wie selten

Die Nutzfahrzeugsparte macht Daimler derzeit richtig Freude. Der Auftragseingang ist über den Sommer noch stärker gestiegen. „Insgesamt sollte das zweite Halbjahr wie angekündigt stärker verlaufen als die ersten sechs Monate, so dass sich das Gesamtjahr entsprechend unseren Erwartungen entwickelt“, sagte Nutzfahrzeugchef Wolfgang Bernhard am Freitag in Stuttgart. Der Auftragseingang habe seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf 343.000 Lkw zugelegt. In Daimlers Lkw-Werk in Wörth sollen deshalb die Sonderschichten bis Ende des Jahres fortgeführt werden. Auch das zentrale Achsenwerk in Kassel arbeitet wie berichtet an der Kapazitätsgrenze.

Im Absatz schlägt sich allerdings nach wie vor die Zurückhaltung der Kunden nieder. Bis Ende August verkaufte Daimler weltweit 305.000 Fahrzeuge nach 309.000 im Vorjahreszeitraum. Trotzdem hält Bernhard an der Prognose fest und rechnet für 2013 mit einem höheren Absatz als 2012 und mit einem operativen Gewinn auf Vorjahresniveau. (jop)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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