Kinder nur zu zweit aufs Klo

Losseschule reagiert auf Mann in Schülertoilette

Kassel. In der Losseschule in Bettenhausen haben Lehrer und Eltern bereits reagiert auf den Unbekannten, der Kindern am Donnerstag in der Schultoilette aufgelauert hatte. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagt Schulleiterin Heike Ackerhans.

Mit den Kindern werde im Unterricht besprochen, wie sie sich in solchen Fällen verhalten sollen. Auch ein Elternabend sei geplant, um Informationen und Tipps an die Eltern weiterzugeben. Zudem sei man in Kontakt mit den Nachbarschulen.

Die Kinder dürften außerhalb der Pausen nur zu zweit über den Schulhof zur Toilette gehen. Und Mütter hätten sich bereit erklärt, auf dem Schulhof Patrouille zu laufen.

Schon vor zwei Jahren habe die Losseschule, an der 125 Kinder unterrichtet werden, den Einbau von Schülertoiletten im Schulgebäude beantragt. Doch bisher sei nichts geschehen. Die Lehrertoiletten im Schulhaus könnten die Kinder im Notfall benutzen.

Die Leiterin der Osterholzschule, Ute Gößlinghoff, lehnte gestern eine Stellungnahme zu den Vorfällen ab. Die Schule am Eichwäldchen war gestern nicht mehr erreichbar.

Auch Stadt-Pressesprecher Ingo Happel-Emrich betont, dass die Fälle im Rathaus ernst genommen würden. Ob und wann die Probleme mit Schülertoiletten außerhalb der Unterrichtsgebäude zu lösen seien, dazu will sich die Stadtverwaltung in der kommenden Woche äußern.

Ab sofort sollten die Kinder die Lehrertoiletten in den Schulgebäuden nutzen dürfen, schlägt Bettenhausens Ortsvorsteher Enrico Schäfer (SPD) vor. „Man fühlt sich hilflos“ angesichts der Fälle, sagt Schäfer, der den raschen und unbürokratischen Eltern-Einsatz auf den Schulhöfen richtig findet. Die Stadt könne die betroffenen Grundschulen zudem mit dem vorübergehenden Einsatz von Sozialarbeitern aus dem Stadtteil in den Bildungsstätten unterstützen.

„Wir sind an der Geschichte dran“, beschreibt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch die Arbeit seiner Kollegen, „wir unternehmen alles, um Klarheit zu bekommen.“ Der Streifendienst habe besonderes Augenmerk auf die Grundschulen, Schutzleute und Spezialisten würden mit den Schulen zusammenarbeiten und Lehrer sowie Eltern beraten.

Hinweise zu den Fällen nimmt das Polizeirevier Ost, Telefon 910 2520, entgegen.

Von Jörg Steinbach 

Rubriklistenbild: © Symbolbild dpa

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