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Louis Scheuch baut und zieht um

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Von: Christina Hein

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Gerd Christian Wagner vom Kasseler Planungsbüro RSE+ Architekten und Ingenieure zeigt eine Visualisierung des Neubaus für die Firma Louis Scheuch im Gewerbepark Kassel-Niederzwehren.
So wird es aussehen: Gerd Christian Wagner vom Planungsbüro RSE+ Architekten und Ingenieure zeigt eine Visualisierung des Neubaus für die Firma Louis Scheuch im Gewerbepark Kassel-Niederzwehren. © Dieter Schachtschneider

Die Firma Louis Scheuch Baumaschinen GmbH will ihren neuen Firmensitz im Langen Feld noch in diesem Jahr beziehen. Jetzt fand der erste Spatenstich statt.

Kassel. Während der Feierlichkeiten zum ersten Spatenstich für den Bau der neuen Firmenzentrale von Louis Scheuch Baumaschinen GmbH laufen im Hintergrund die Erdarbeiten mit großem Gerät unvermindert weiter. Es gilt, keine Zeit zu verlieren. Denn: In bester Laune verkündete gestern Geschäftsführerin Jutta Meißner das ambitionierte Ziel des Zehn-Millionen-Euro-Projekts: „Noch in diesem Jahr wollen wir an diesem schönen Fleck Erde im Langen Feld einziehen.“ Jedes Büro im neuen Haus werde über den begehrten „Herkulesblick“ verfügen. Doch das sei nur ein netter Nebeneffekt. Es gehe um mehr. „Wir schreiben hier ein großes Kapitel Firmengeschichte“, sagte Jutta Meißner.

Das Kasseler Traditionsunternehmen Louis Scheuch mit seinen 54 Mitarbeitern will sich vergrößern und wechselt innerhalb der Stadt geräuschlos an einen neuen Standort. Seit Anbeginn residiert Louis Scheuch an der Fiedlerstraße in der Kasseler Nordstadt. Die zukünftige Adresse lautet: Kieler Straße 4 in Kassel-Niederzwehren.

Hier bestehe auf einer Außenfläche von 25.000 Quadratmetern ausreichend Platz für Wachstum im Bereich Krane, Container, Schalungstechnik aber auch für Bauten. Man freue sich auf ein modernes Gebäude, das einen wirtschaftlich und energetisch effizienten Betrieb zulässt und alle Anforderungen erfüllt, heißt es.

Die gute Verkehrsanbindung zur Autobahn A49 / A44 und weiterhin gute Erreichbarkeit der Innenstadt und der angrenzenden Landkreise seien Vorteile gegenüber dem alten Standort. Dort war die Verkehrssituation vor allem für größere Baufahrzeuge zunehmend problematisch geworden, nicht zuletzt auch, weil die Fiedlerstraße zur Fahrradstraße umgewidmet worden war, sagte Geschäftsführer Carsten Eisele.

Die Gebäudesubstanz aus dem Jahr 1956 – zuletzt erweitert und modernisiert im Jahr 1974 – weise zunehmend bauliche Mängel auf. Das 8000 Quadratmeter große Gelände in der Nordstadt war für ein Wachstum im Bereich Kräne, Container und Schalungstechnik zu klein geworden.

Und so habe man 2020 bereits erste Plänen für eine Vergrößerung und Erneuerung geschmiedet und war diesbezüglich auch an die Stadt Kassel herangetreten. Die habe sehr kooperativ reagiert.

Von besonders „glücklichen Umständen“ und einer „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten sprach gestern auch Oberbürgermeister Christian Geselle. Ebenso wie bei der Firma Jordan, die ihren Firmensitz an das Lange Feld, ein „80 Hektar großes prosperierendes Industriegebiet“ verlagert hat, konnte auch bei Louis Scheuch durch einen Grundstückstausch dafür gesorgt werden, „dass ein expandierendes Kasseler Unternehmen in den Stadtmauern“ verbleibe, so Christian Geselle.

Der weitere Gewinn für die Stadt: Hat die Firma Louis Scheuch die Fiedlerstraße verlassen, wird für diesen Standort die neue Schule Hegelsberg, beziehungsweise Gesamtschule Nord geplant. Es sei von Anfang an klar gewesen, eine mittelständische Traditionsfirma wie Louis Scheuch in Kassel halten zu wollen, so Geselle. Erfreut äußerte er sich auch darüber, dass viele regionale Betriebe beteiligt sind, vom Planungsbüro RSE+ Architekten bis zum Generalunternehmen Emmeluth, das den Bau ausführt.

Das geplante Werkstattgebäude entspreche aktuellen und zukünftigen Anforderungen, freut sich die Louis-Scheuch-Geschäftsführung. Endlich werde das gesamte Fachmarksortiment für den Kunden sichtbar und begehbar sein. Am alten Standort war das zuletzt nur zu zehn Prozent möglich. Das neue Grundstück biete ausreichend Platz auch für Erweiterungen.

Information

Im Gewerbepark Kassel-Niederzwehren im Langen Feld haben 24 Firmen Grundstücke in einer Größenordnung von insgesamt 25 Hektar im erworben. Weitere 19 Firmen, mit denen Verhandlungen geführt werden, haben Flächen von zusammen 29 Hektar reserviert. Es liegen mehrere Anfragen von Unternehmen vor. OB Christian Geselle: „Der Gewerbepark Niederzwehren ist eine Erfolgsgeschichte. Von Beginn an war es mir wichtig, nicht nur bundesweit für Neu-Ansiedlung zu werben, sondern vor allem den auf Expansionskurs befindlichen Kasseler Unternehmen eine Perspektive aufzuzeigen. Jüngste Beispiele von Jordan und Louis Scheuch unterstreichen, dass wir damit Erfolg haben und neue Chancen im Bereich der Stadtentwicklung nutzen, indem wir auf den ursprünglichen Firmengrundstücken Wohnraum schaffen und Bildungseinrichtungen entwickeln.“

Hintergrund

1931 gründeten Louis Scheuch und Willy Gerke in Kassel die Firma Gerke und Scheuch Baumaschinenhandlung. 1953 trennte sich Scheuch von Gerke und gründete die Firma Louis Scheuch Baumaschinenhandlung. Das Unternehmen hat bis heute seinen Hauptsitz an der Fiedlerstraße 2. Es gibt neben dem Stammhaus zwei Niederlassungen in Fulda und Nordhausen. Nach dem Tod des Firmengründers übernimmt Tochter Ursel Buschek-Scheuch mit ihrem Ehemann Friedrich Helmut Buschek die Leitung. Als Nachfolger für den verstorbenen Friedrich Helmut Buschek tritt 1990 Klaus Bräutigam als Geschäftsführer in das Unternehmen ein. Seit 2015 hat neben Bräutigam die Tochter von Ursel Buschek-Scheuch, Jutta Meißner, die Geschäftsführung inne. Dritter Geschäftsführer ist seit 2019 Carsten Eisele. Dienstleistungen der Firma waren und sind der Verkauf, die Vermietung, Service und Finanzierung von Baumaschinen und -geräten. Sie beschäftigt an ihren drei Standorten insgesamt 54 Mitarbeiter.

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