Branche im Steigflug - Treffen in Kassel

Luft- und Raumfahrtindustrie boomt auch in der Region

Besuch von Brigitte Zypries bei der ZF Luftfahrttechnik in Calden: Unser Foto zeigt sie (von links) mit Geschäftsführer Dr. Konrad Joecks, Kassels Wirtschaftsförderer Kai-Lorenz Wittrock, CCA-Chef Dr. Matthias Jahnke und Fertigungsleiter Robert Gansäuer. Foto: Thile

Kassel. Die Deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie ist eine der stärksten Wachstumsbranchen, und die Region ist nach Auffassung von Brigitte Zypries gut beraten, diesen Wirtschaftszweig nach Kräften zu fördern.

Die 61-jährige Juristin koordiniert im Rang einer parlamentarischen Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium die Luft- und Raumfahrtpolitik der Bundesregierung. Gestern kam die gebürtige Kasselerin auf Einladung des Luftfahrtnetzwerks CCA (Competence Center Aerospace) der Wirtschaftsförderung Kassel in die Region und besuchte den Caldener Hersteller von Hubschraubergetrieben ZF Luftfahrttechnik sowie den Hofgeismarer Kühlspezialisten AKG, der unter anderem die ultraleichten, kompakten und leistungsfähigen Wärmetauscher für die Kühlschränke des Flugzeugs A 380 liefert. Heute nimmt sie am jährlichen CCA-Treffen in Kassel teil, zu dem 80 Teilnehmer erwartet werden.

Zypries lobte die Netzwerkarbeit des CCA und ermutigte es, weiterzumachen. „Das ist der richtige Weg“, sagte sie und appellierte an die Unternehmen, die Förderprogramme ihres Hauses zur Unterstützung von Forschung, Entwicklung und Innovation in Anspruch zu nehmen. Sie war von 2002 bis 2009 Bundesjustizministerin in Berlin.

Arbeit am Getriebe des Eurocopter 135: Unser Archivfoto zeigt ZF-Mitarbeiter Timo Wachenfeld. Archivfoto: Pinto

Die Branche beschäftigt bundesweit direkt 105 500 Mitarbeiter – ein Plus von 30 Prozent gegenüber 2005. Experten gehen davon aus, dass dieses starke Wachstum über Jahre anhalten wird. Allein 2013 legte der Wirtschaftszweig beim Umsatz um 7,8 Prozent auf 30,6 Milliarden Euro zu – ein Allzeithoch. Mit Zulieferer und Dienstleistern sollen es bis zu 800 000 sein.

Auch in der Region erfreut sich die Luft- und Raumfahrtindustrie einer sehr guten Entwicklung. Gut 3000 Menschen arbeiten nach konservativen Schätzungen von CCA-Chef Dr. Matthias Jahnke direkt für die Branche. Indirekt dürften es deutlich mehr sein. Genaue Zahlen liegen aber nicht vor. Nur so viel: „Die Betriebe wachsen in diesem Bereich“, sagte Jahncke.

In der breiten Öffentlichkeit ist kaum bekannt, dass eine Reihe namhafter Unternehmen auch in der Luft- und Raumfahrttechnik unterwegs ist. Medizintechnik-Hersteller B. Braun Melsungen liefert beispielsweise Bordapotheken, Bahnzulieferer Hübner (Kassel) baut Flughafentechnik und Polyma (Kassel) Stromaggregate zur Versorgung von Maschinen, die länger am Boden sind.

Viele Unternehmen

Autozulieferer Wegu steuert Schwingungsdämpfer bei, Getriebespezialist Henschel (beide Kassel) Komponenten, Maschinenbauer Koch (Baunatal) Sondervorrichtungen und Teile, Esterer aus Helsa Tankfahrzeuge, Phönix in Volkmarsen Armaturen für Satelliten und Maschinenbauer Beier (Kassel) Getriebeteile und Wellen. Hinzu kommen Konstruktions- und Ingenieurbüros wie Wimcor aus Knüllwald und Trout aus Kassel. Und natürlich fehlt die Uni nicht, die mit elf Fachbereichen für die Luftfahrt tätig ist.

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