Luftrettung: Weniger Flüge in Kassel

Kassel/Gießen. Die Luftrettung gewinne in Hessen weiterhin an Bedeutung. Das sagt Ina Velte, Sprecherin des Regierungspräsidiums (RP) Gießen. Von ihren Standorten in Frankfurt am Main, Fulda, Kassel und Reichelsheim (Wetterau) wurden die Rettungshubschrauber im vergangenen Jahr 5080 Mal zu Einsätzen angefordert.

2011 waren es 4675 Einsätze. Dabei hoben die hessischen Luftrettungsmittel im vergangenen Jahr pro Tag im Durchschnitt 14 Mal zur Notfallversorgung ab. Diese Zahlen gehen aus einer Bilanz hervor, die das RP Gießen am Freitag veröffentlicht hat. Dort wird die Luftrettung hessenweit organisiert

Allerdings sind die Zahlen für Kassel rückläufig. Nach Angaben von Ralf Spieß, Mitarbeiter der Luftrettung beim RP Gießen, wurde der Christoph 7 im vergangenen Jahr 1168 Mal angefordert (2011 waren es 1279 Einsätze). Solche Schwankungen seien normal, der Rückgang könne aber auch mit Wetterlagen erklärt werden, sagt Spieß. Unter den Einsätzen des Christoph 7 waren 1062 Primäreinsätze (Notfälle), 29 Sekundärfälle (Klinikverlegungen) und 77 Fehleinsätze.

Für die Luftrettungsexperten beim RP Gießen komme der sprunghafte Anstieg der Einsatzzahlen in ganz Hessen aber nicht überraschend. Besonders im Bereich der Kliniktransfers (Intensiv- und Verlegungstransporte) sei diese Tendenz im Laufe des Jahres bereits deutlich geworden. Allein hierbei verzeichnete man 915 Einsätze, ein Viertel mehr als im Vorjahr. Auch die RP-Luftrettungsexperten sind der Ansicht, dass sich die Strukturveränderungen und Spezialisierungen in der Kliniklandschaft auch auf die Notfallversorgung auswirken. Zum Patiententransport in die geeignete Klinik müssten immer weitere Strecken zurückgelegt werden, die nicht mehr einsatztaktisch sinnvoll durch die reguläre Bodenrettung bedient werden könnten.

Nach Angaben des RP benötigte der in Frankfurt am Main stationierte „Christoph 2“ im Durchschnitt für Hin- und Rückflug 31 Minuten pro Einsatz. Bei „Christoph 7“ in Kassel waren es im Schnitt 33 Minuten, während das Fuldaer Pendant „Christoph 28“ durchschnittlich 28 Minuten unterwegs war. (use)

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