Auf dem Weinberg bauen Ein-Euro-Jobber Treppen und Wege - Vandalismus hält an

Auf dem Weinberg bauen Ein-Euro-Jobber Treppen und Wege - Vandalismus hält an

Kassel. Auf dem Weinberg wächst und gedeiht es. Nicht nur die Weintrauben sind in der Septembersonne herangereift, die gesamte Gartenanlage hat in den vergangenen Jahren langsam und vom Treiben auf der Frankfurter Straße fast unbemerkt eine große Veränderung erfahren.

Davon hat sich jetzt der Ortsbeirat der Südstadt einen Eindruck verschafft. Und war begeistert: Die zugewucherten und kaum zugänglichen Terrassen im Südteil der historischen Anlage sind freigelegt worden. Wo früher Brombeerhecken und Efeu wuchsen, werden seit 2008 Natursteinmauern repariert und erneuert, sind malerische Sandsteintreppen, gepflasterte Wege und Plätze entstanden. Bis 2014, wenn auf dem Weinberg das Tapeten- und das Grimmmuseum gebaut werden, soll sich der ehemalige Henschelgarten in eine einladende grüne Querverbindung zur Südstadt verwandelt haben: mit Wegen und Aufenthaltsmöglichkeiten.

Vandalismus: Mit martialischer Gewalt wurde diese bereits reparierte Sandsteintreppe schwer beschädigt. Unbekannte warfen einen Felsbrocken die Stufen hinunter.

Im Auftrag des Umwelt- und Gartenamts arbeiten hier in zwei Gruppen à neun Männer Ein-Euro-Jobber. Sie leisten eine wahre Herkulesarbeit, findet Leiterin Regula-Maria Ohlmeier. Tonnen von Erde und Sandsteinen haben sie bewegt und bearbeitet. Vermittelt hat sie das Kasseler Jobcenter. Einer von ihnen ist Wayne Duplessis. „Ich bin stolz auf meine Arbeit“, sagt er. Am Abend sehe man, was man geleistet habe. Außerdem sei die Atmosphäre in der Gruppe super. Von den Experten Rainer Möller und Helge Fassbender, beide Landschaftsplaner, werden Wayne und die anderen Laien angeleitet. „Es ist enorm, was die Ein-Euro-Jobber leisten“, sagt Ohlmeier.

Kurzclip: Regula Ohlmeier über Vandalismus am Weinberg

Umso trauriger ist die Tatsache, dass die Vandalismus-Serie auf dem Weinberg nicht abreißt. Nachdem Unbekannte vor Monaten Beleuchtung und die gesamte Stromversorgung zerstört haben (HNA berichtete) haben sie jetzt eine historische Steintreppen extrem beschädigt, indem sie einen Felsbrocken hinunterwarfen.

Zerstörungswut an einem Ort, der dabei ist, sich zu einem Schmuckstück zu mausern. Wenn sich die documenta-Leitung dafür entscheidet, im nächsten Jahr den Weinberg-Bunker zu bespielen, werden auch die Arbeiten zur Verschönerung des Vorplatzes an der Frankfurter Straße in Angriff genommen, sagt Ohlmeier. Der Ortsbeirat der Südstadt hat dazu einen Vorschlag parat. Ginge es nach den Stadtteilparlamentariern, würden die Stellplätze am Fuße des Weinbergs zugunsten einer großzügigeren Platzgestaltung aufgegeben.

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