Herkules Reha GmbH

Sie machen den Weg frei: Firma baut Hublifte für Rollstuhlfahrer 

Handarbeit: Salvatore Barrali (vorn) baut mit Unterstützung des Auszubildenden Stefan Losic (hinten) einen Hublift. Firmenchef René Bartsch hat ein Auge auf die Produktion. Foto: Schachtschneider

Kassel. Wenige Stufen vor der Haustür oder in der Wohnung können für behinderte Menschen zum unüberwindbaren Hindernis werden. Mit einem Hublift sind diese Stellen für Rollstuhlfahrer oder Ältere, die auf Gehhilfen angewiesen sind, leicht zu meistern.

Die Herkules Reha GmbH hat sich auf den Bau solcher Hublifte und Senkrecht-Aufzüge spezialisiert.

Um behinderten Menschen mit einfachen und robusten Hubmöglichkeiten zu helfen, entwickelt das junge Team neue Ideen rund um die Hubbühne. Die Geschäftsführer René Bartsch und Markus Hühn sowie Vertriebsleiter Matthias Bierig haben im Mai 2013 die Reha-Sparte der Herkules Hebetechnik gekauft und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Alle drei waren zuvor für den Kasseler Werkstattausrüster tätig, der Hebebühnen für das Kraftfahrzeuggewerbe baut, und sind überzeugt, dass sich die Nische der Reha-Technik entwickeln wird. „Denken Sie an die Inklusion in Schulen“, sagt Bartsch. Wenn Kinder mit Behinderungen in Regelschulen unterrichtet werden sollen, müssen die meisten dieser Schulen barrierefrei umgebaut werden.

Dabei helfen die kleinen Hebebühnen, die ohne baulichen Aufwand in Räumen oder an Häusern aufgestellt werden können. Neun Mitarbeiter sollen in diesem Jahr deutlich über 200 Hublifte produzieren, die zumeist über Partner – vor allem die Hersteller von Treppenliften sowie Aufzugsbauer – vertrieben werden. Hinzu kommen etwa zehn Aufzüge. Die junge Firma peilt für 2014 einen Jahresumsatz von 1,5 Millionen Euro an, der bis 2018 verdoppelt werden soll.

Kleine Hebebühne, große Wirkung: Mit solchen Hubliften macht die Firma Herkules Reha GmbH Wohnungen und Häuser barrierefrei, wenn Treppenstufen zum unüberwindbaren Hindernis für Rollstuhlfahrer oder gehbehinderte Menschen werden. Links Geschäftsführer René Bartsch, rechts Vertriebsleiter Matthias Bierig. Foto: Schachtschneider

Die Trennung der Reha-Sparte von der Werkstattausrüstung helfe, sich auf die Weiterentwicklung der Reha-Technik zu konzentrieren. Vier Hublifte und zwei Aufzüge gehören bisher zur Produktpalette, die stetig erweitert werden soll. „Wir konstruieren und produzieren alles selbst“, erklärt Bartsch, der Maschinenbau studiert hat. Konstruktionsleiter Markus Hühn ist der Elektrotechniker im Team.

Das Material für die Produktion wird ausschließlich von deutschen Lieferanten bezogen und in der Manufaktur an der Falderbaumstraße 36 verarbeitet. Die Hublifte „sind sehr robust und halten lange“, erklärt Bartsch. Auch die Zubehörpalette werde stetig erweitert. Das Unternehmen könne durch die Fertigung von Hand auf Kundenwünsche eingehen. Zudem habe man Hublifte auf Lager und könne sofort liefern, wenn es mal schnell gehen muss.

In unserer nächsten Folge geht es um das weltweit tätige Unternehmen Brooke-Edwards NDT, das sich auf Werkstoffprüfungen spezialisiert hat.

Von Jörg Steinbach

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