Winterdienst-Mitarbeiter Michael Franke räumt Kassels Hauptverkehrsstraßen

Er macht den Weg frei

Schnee- und Eisbrecher: Michael Franke im Räumfahrzeug der Kasseler Stadtreiniger. Foto: Rudolph

Wenn Michael Franke morgens zur Arbeit fährt, hat noch keiner geräumt: Das ist schließlich sein Job. Kurz nach 3 Uhr fährt der 33-Jährige aus Gudensberg los, um pünktlich um 4 Uhr in das Fahrerhäuschen im großen Winterdienstfahrzeug der Kasseler Stadtreiniger zu klettern. Diese Woche hat er Frühschicht. Feierabend ist um 12.30 Uhr.

Dann hat Franke einen Großteil der Hauptverkehrsstraßen im Stadtgebiet abgeklappert und vom Schnee befreit: Altmarkt, Frankfurter Straße, Tischbeinstraße, Druseltalstraße, Heinrich-Schütz-Allee und Leuschnerstraße stehen unter anderem auf seinem Fahr-Plan.

Zehn große Räumfahrzeuge

Von seiner Fahrerkabine aus kann Franke - wie seine Kollegen in den neun weiteren Großfahrzeugen - das Räumschild an der Wagenfront und den Streuteller auf der Rückseite bedienen. Doch der steht seit gestern wegen der Salzknappheit still. „Heute schiebe ich nur“, erklärt der 33-Jährige, der im T-Shirt hinter dem Lenkrad sitzt. Es ist bullerwarm in der Kabine. Dank Standheizung muss der Winterdienst-Mitarbeiter auch bei Minusgraden nicht frieren. Anders als seine Kollegen im Freien, die per Hand schippen. Insgesamt 100 Mitarbeiter der Stadtreiniger sind dieser Tage im Winterdienst-Einsatz.

Wenn Franke sich mit dem großen Räumfahrzeug nähert, weichen Fußgänger und Wartende an Bushaltestellen einen Schritt zurück. Die schräg nach rechts gestellte Schaufel lässt die Schneemassen an den Fahrbahnrand prasseln. „Alles kriege ich heute nicht weg“, sagt Michael Franke mit Blick auf die weiße Fahrbahn. Unter dem Schnee ist Eis, überfrorene Nässe vom Vortag. Nur Räumen sei „eigentlich langweilig“, findet Franke. Normalerweise kann er am Streupult rechts neben dem Fahrersitz die Salzkonzentration einstellen, die über den Streuteller auf die Straße geschleudert wird. Üblich sind 20 Gramm pro Quadratmeter, erklärt der Winterdienstmitarbeiter. Aber jetzt könne er vorerst nur in Ausnahmefällen an starken Gefällstrecken und Kreuzungen „ein bisschen Salz fallen lassen“.

Am liebsten, sagt Franke, fahre er nachts, wenn die Straßen frei sind. Denn mit dem großen Fahrzeug hat er einen großen Rangierradius, da müssen auf Kreuzungen die Autos schon mal kurz warten, bis der Winterdienst die Kurve gekriegt hat. Allerdings helfe der Verkehr auch bei der Arbeit: Wenn normal gestreut wird, so Michael Franke, begünstigten die nachfolgenden Fahrzeuge die Verteilung der Salz-Lauge-Mischung auf der Fahrbahn. „Dann taut es schneller.“ (rud)

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