Bundes- und europaweit unterwegs

Made in Kassel: Baunataler Antrok Anlagentechnik

Retrofit: So nennt man die grundhafte Modernisierung bestehender Anlagen. Unser Foto zeigt einen Antrok-Beschäftigten bei seiner Arbeit an einer Druckgussanlage. Fotos: Antrok/nh

Kassel. Die Antrok Anlagentechnik GmbH denkt groß. Meistens jedenfalls. Denn die meisten Kunden sind namhafte deutsche Großkonzerne.

Die Projekte des Baunataler Spezialisten für Rohrleitungs- und Anlagenbau, für Sonderkonstruktionen, die es nicht von der Stange gibt, für Behälterbau, Druckluft- und aufwendige Druckgusstechnik haben fast immer gewaltige Ausmaße. Denn die Kundschaft, die auf die Expertise des mittelständischen Unternehmens setzen, kommen aus der Großindustrie oder betreiben Kraftwerke. Zu ihnen zählen Volkswagen, der Autozulieferer Continental, Versorger wie E.on und die Mannheimer MVV und Papierproduzent Smurfit Kappa. Aber auch Unternehmen aus der Lebensmittelbranche wie Südzucker und Ferrero sowie Medizintechnik-Hersteller B.Braun Melsungen bedienen sich regelmäßig der Dienste der Baunataler Experten.

„Bei uns bekommen die Kunden alles aus einer Hand: neue Maschinen und Anlagen, Modernisierung, die gesamte Peripherie drumherum wie Kühlung und Druckluft und natürlich den fortlaufenden Service“, beschreibt Prokurist Michael Brunst die Stärke von Antrok.

Gearbeitet wird im gesamten Bundesgebiet und zunehmend auch im europäischen Ausland. Dorthin wird Antrok von ihren Kunden gerne mitgenommen. So sind die Baunataler auch in den Niederlanden, Tschechien, Polen und Ungarn aktiv. „Wir gehen dorthin, wo unsere Kunden uns brauchen“, erklärt Nicole Boguslawski, die wie Brunst Prokuristin ist. Das bislang größte Antrok-Projekt war die Modernisierung von acht großen Druckgussmaschinen für sechs Millionen Euro. Über drei Jahre hat sich der Auftrag erstreckt. Die Maschinen sind seither wie neu. „Da haben wir unheimlich viel gelernt“, sagt Brunst. Für derart große Druckgussanlagen hat Antrok einen Baukasten für die Bedienung der Anlagen entwickelt, der für alle Hersteller passt. Dieses System haben sich die Baunataler patentieren lassen.

NicoleBoguslawski

Die Geschäfte laufen derweil gut – auch weil die Antrok GmbH eine breite Produkt- und Dienstleistungspalette anbietet, die das Unternehmen unabhängig macht von einzelnen Kunden und Branchen. Die Auslastung ist gut, und der Start ins neue Jahr war es nach Angaben der Geschäftsleitung auch. „Wir sind sehr zufrieden“, so Brunst.

Grund dafür ist auch, dass sich Antrok in den vergangenen Jahren vom reinen Dienstleister zum Produzenten gewandelt hat. „Fertigungstiefe und Wertschöpfung sind kräftig gewachsen“, erklärt der Prokurist.

Antrok beschäftigt aktuell 184 Mitarbeiter, Tendenz steigend. Der Anlagenbauer setzt laut Boguslawski 17 Millionen Euro im Jahr um. Bis vor einem Jahr war der Anlagenbauer ein Schwesterunternehmen des Autozulieferers Finoba mit Standorten in Baunatal, Kassel und im bayerischen Rottenburg. 2017 hat Antrok-Alleingesellschafter Guido Barde (siehe auch Hintergrund) Finoba an den chinesischen Sinomach-Konzern verkauft. Antrok war und ist davon nicht betroffen.

Hintergrund

1989 gründete Richtmeister Herbert Lotz die Lotz GmbH in Fritzlar als Spezialisten für Rohrleitungsbau . Das war die Geburtsstunde der heutigen Antrok Anlagentechnik. 1993 stieß der junge Ingenieur Guido Barde (Foto) hinzu, der nur zwei Jahre später Geschäftsführer und Mehrheitseigner wurde. 2000 schied Lotz aus dem operativen Geschäft aus. Fortan firmierte das Unternehmen als Antrok Lotze Barde Anlagentechnik. Zehn Jahre schied der Firmengründer auch als Anteilseigner aus. Seit 2012 trägt das Unternehmen seinen heutigen Namen

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