Weltmarktführer in der Branche

Made in KS: Aupairworld führt junge Menschen mit Gasteltern zusammen

Ann-Kathrin Schell rechts ist eine von drei Geschäftsführern. Unser Foto zeigt sie mit Mitarbeiterin Carina Jacob während einer Besprechung. Foto: Schachtschneider

Kassel. In den Geschäftsräumen der Kasseler Aupairworld GmbH herrscht mitunter ein babylonisches Sprachgewirr. Denn die Beschäftigten haben mit Kunden aus aller Welt zu tun.

Neben deutsch und englisch wird französisch, spanisch, italienisch und holländisch gesprochen. Die Mitarbeiter bringen auf ihrem Internet-Portal www.aupairworld.net angehende Aupairs und Gasteltern zusammen.

Und das äußerst erfolgreich. Ende Okober erst erhielten die Kasseler den wichtigsten hessischen Unternehmerpreis. Sie wurden zum „Hessen Champion“ in der Kategorie Weltmarktführer gekürt und setzten sich somit gegen starke Konkurrenz durch.

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Mit einem Anteil von 65 Prozent ist Aupairworld der Weltmarktführer in der Branche. Im vergangenen Jahr waren 330.000 Interessenten, und 88.000 Gastfamilien registriert, davon 75.000 als so genannte Premium-Mitglieder. Letztere sind die Umsatzbringer. Denn wer sich im Portal mit Hilfe sorgfältig erstellter und überprüfter Profile den passenden Interessenten ausgewählt hat, kann ihn erst kontaktieren, wenn er eine Gebühr von 39,90 Euro bezahlt. Für dieses Geld kann er sechs Wochen lang den umfangreichen Service von Aupairworld in Anspruch nehmen. Den Aupairs selbst entstehen in der Regel keine Kosten, es sei denn sie wollen die Premium-Mitgliedschaft.

Auf diese Weise hat Aupairworld seit der Gründung vor 15 Jahren mehr als zwei Millionen junge Menschen mit ihren Gastfamilien zusammengebracht. Im übrigen ist der in der Regel sechs- bis neunmonatige Aufenthalt in einem anderen Land oder in einer anderen Region längst keine Mädchendomäne mehr. 2014 lag der männliche Anteil bei immerhin neun Prozent.

Aupairworld vermittelt und informiert nicht nur, sondern wacht darüber, dass bestimmte Standards und der Grundgedanke des Aupair-Systems eingehalten werden. Das heißt: Einhaltung von national unterschiedlich geregelten Arbeitszeiten – in Deutschland sind es 30 Wochenstunden – und vor allem die Art der Arbeit. „Aupairs sind keine Putzfauen, Gärtner oder Nachhilfelehrer, sondern Mitglieder der Familie“, sagt Ann-Kristin Schell, die das Unternehmen gemeinsam mit Heike Fischer und Firmengründer Uwe Regebogen führt. Aupairs seien wie große Töchter/Söhne und Geschwister auf Zeit zu behandeln.

Das Geschäft läuft gut. Der Umsatz legte in der Vergangenheit um jährlich 15 Prozent zu – 2014 waren es 2,5 Millionen Euro. Zum Ertrag macht Regenbogen keine konkreten Angaben, verhehlt aber auch nicht, dass das innovative Unternehmen „hochprofitabel“ ist.

Die Geschäftsidee kam ihm Ende der 90er-Jahre. Er und seine damalige Ehefrau ärgerten sich seinerzeit über die hohen Kosten und den schlechten Service herkömmlicher Agenturen und beschlossen, das Geschäft online anzubieten. Zunächst nebenbei und ab 2003 hauptberuflich.

In jenem Jahr gab Regenbogen seinen Beraterjob auf, um sich seinem Unternehmen ganz zu widmen. (jop)

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