Eoda GmbH bundesweit führend

Kasseler Spezialisten analysieren Millionen von Kundendaten

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Arbeiten in gemischten Teams: Unser Foto zeigt (von links) die Beschäftigten Florian Löwenstein, Martin Schneider, Bastian Wiesner und Andreas Plawitt in den Eoda-Firmenräumen im Science Park.

Kassel. Das Geschäftsmodell der Kasseler Eoda GmbH ist verhältnismäßig neu, komplex und für Außenstehende nur schwer verständlich. Und es ist äußerst erfolgreich.

2010 als Zwei-Mann-Betrieb vom Soziologen Oliver Bracht und Wirtschaftsingenieur Heiko Miertzsch aus der Taufe gehoben, beschäftigt das aufstrebende Unternehmen mit jährlichen Wachstumsraten um 60 Prozent mittlerweile 30 Mitarbeiter: Ingenieure, IT-Spezialisten, Soziologen, Politologen und Psychologen.

In gemischten Teams werten sie Millionen von Daten aus, die ihnen zumeist große Unternehmen zur Verfügung stellen, und leiten daraus wichtige Handlungsempfehlungen ab. 

Beispiel: Eine große Handelskette plant eine Sonderangebotsaktion. Die Ware muss beizeiten geordert werden. Die Frage ist, wie viel davon gebraucht wird – zumal vorangegangene Aktionen gezeigt haben, dass sie nicht in allen Märkten gleich gut läuft. Die Kunst des Einkaufs ist es, genau die Menge zu bestellen, die später über die Ladentische geht. Zu wenig Ware führt zu Kundenärger, zu viel Ware bleibt liegen. Bislang wurden Menge und Preis auf Grundlage historischer Daten und Erfahrungen – also ein Stück weit aus dem Bauch heraus – festgelegt, was sich häufig als Fehler erwies.

Heute kommen die Eoda-Spezialisten ins Spiel. Mit Hilfe selbstentwickelter, komplexer Rechenmodelle und Software werden interne Daten aus dem Kassen- und Warenwirtschaftssystem sowie aus Anzeigenschaltungen und anderen Quellen übereinandergelegt - so wird der Bedarf ermittelt. Eoda nennt in diesem Zusammenhang weniger den gebräuchlichen Begriff „Big Data“ (Hintergrund). Bracht bezeichnet die Arbeit Eodas lieber als Data Science (Wissen aus Daten). „Was wir machen, ist eine Mischung aus Statistik, Software-Entwicklung und Kommunikation“, erklärt der 41-Jährige.

Die Aufarbeitung und Analyse großer Datenmengen wird immer wichtiger und die Zahl der Unternehmen, die darauf setzten, wächst. Die Einsatzgebiete für die Instrumente aus Kassel sind mannigfaltig, die Methodik aber stets dieselbe. Beispiel: Mit der Analyse riesiger Datenmengen, die moderne Fertigungsanlagen täglich sammeln, können bevorstehende Ausfälle bestimmter Teile prognostiziert werden. Somit wird eine Havarie erkannt, bevor sie überhaupt eintritt, und der Schaden begrenzt.

Wie vielseitig einsetzbar die Rechenmodelle aus dem Hause Eoda sind, zeigt die Kundenliste: Große Handelsketten wie Thalia und OBI bedienen sich ebenso gern der Dienste des Kasseler Datenverstehers wie die Chemieriesen BASF und Bayer. Auch Siemens, die Deutsche Bahn und SMA, Anlagenbauer, Papier- und Glasproduzenten, die Gesundheitswirtschaft und Ministerien setzen auf die professionelle Eodas.

Und nicht nur das: Eoda schult die Kunden in der Analyse großer Datenmengen und erklärt, welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind. Dass die Prognoseprofis sich damit selbst das Wasser abgraben, glaubt Miertzsch nicht. „Auf diesem Gebiet gibt es so viel zu tun, dass wir im Spiel bleiben“, sagt er. Hinzu komme, dass sich die Analysetechniken immer weiter entwickelten. Und Bracht lässt keinen Zweifel daran, dass Eoda „bundesweit der Top-Anbieter“ ist.

Eoda ist ein Fantasiename. Die beiden Firmengründer haben ihn gewählt, weil er gut lesbar ist und 2010 bestens für eine Internet-Adresse geeignet war. In jenem Jahr war eine freie, lesbare URL mit nur vier Buchstaben (davon drei Vokale) eine Seltenheit. Der Name wurde auch wegen seiner Ähnlichkeit zu Meister Joda gewählt – jener Figur in der Science-Fiction-Filmserie Star Wars, die für die gute Seite der Macht steht. 

Genaue Umsatzzahlen nennt die Eoda GmbH zwar nicht, beziffert ihn aber mit einem einstelligen Millionenbetrag. 

Hintergrund

Big Data (große Datenmenge) wird als Sammelbegriff für digitale Technologien verwendet, die in technischer Hinsicht für eine neue Ära digitaler Kommunikation und Verarbeitung und in sozialer Hinsicht für einen gesellschaftlichen Umbruch verantwortlich gemacht werden. Er beschreibt gleichzeitig die Sammlung, Analyse, Verwertung und Vermarktung großer Datenmengen. Big Data gewinnt in der Wirtschaft immer mehr an Bedeutung.

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