Das Kasseler Unternehmen stellt Stapelkarren, Gepäckwagen und Hebehilfen her

Expresso bewegt die Welt

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Ein Gepäckwagen für den schottischen Flughafen Glasgow: Expresso-Geschäftsführer Winfried Kaiser zeigt die Handmontage-Stationen im Firmensitz im Industriepark. Auch im neuen Kasseler Flughafen in Calden sind Kofferkulis von Expresso im Einsatz.

Kassel. Wer in einem Bahnhof oder Flughafen schon mal mit einem Kofferkuli fürs Gepäck unterwegs war, hat sich sehr wahrscheinlich mit einem Produkt der Firma Expresso den Transport erleichtert.

Die Gepäckwagen aus Kassel genießen unter Profis denselben legendären Ruf wie die zweirädrigen Stapelkarren: Sie sind zuverlässig und halten lange.

„Unsere Produkte werden leider sehr, sehr alt“, sagt Expresso-Geschäftsführer Winfried Kaiser schmunzelnd, der gern mehr verkaufen würde. Aber der Markenhersteller setzt auf Qualität und perfekte Handhabung. Das macht die Transport- und Handhabungssysteme etwas teurer, aber haltbarer.

Das Unternehmen, das wegen seines dem italienischen Espresso ähnelnden Namens gelegentlich mit einem Kaffeelieferanten verwechselt wird, stellt heute weitaus mehr her als Sackkarren und Gepäckwagen. Die in Kassel teils maßgefertigten, angetriebenen Hebehilfen und Leichtlastkräne für Werkstücke und Produkte zwischen 20 und 150 Kilogramm Gewicht sind aus der industriellen Produktion, aber auch aus Lagerhaltung und Logistik nicht mehr wegzudenken. Für das Heben an Fertigungsstraßen „bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für Kunden“, die aus aller Welt kommen, erklärt Kaiser. Mit solchen Hebewerkzeugen „machen wir Mitarbeiter so effektiv, dass ihre Arbeit wieder bezahlbar wird“.

Gefertigt wird im Kasseler Firmensitz im Industriepark und in einem Produktionsstandort in Frankreich weitgehend in Handmontage, weil die Stückzahlen zu klein sind für eine industrielle Fertigung. Aluminium ist der Hauptwerkstoff, der für die Produkte zum Bewegen und Heben verarbeitet wird.

7000 Firmen stehen in der aktiven Kundendatei des Unternehmens. Die Getränkeindustrie, das Hotel- und Gaststättengewerbe und Postzustelldienste zählen bis heute zu den wichtigsten Kunden. Expresso Deutschland hat heute 100 Mitarbeiter in Kassel und 48 Beschäftigte in Frankreich. Der Umsatz liegt bei rund 30 Millionen Euro jährlich.

In der nächsten Folge geht es um den in Kassel entstandenen Trainingsboden Terrasensa.

Von Jörg Steinbach

Hintergrund

1939 gründete August Manss in Wien einen Fasshandel. 1945 zog er mit dem Unternehmen in seine Heimatstadt Kassel, wo er 1953 eine Handtransportkarre erfand, um den Transport von schweren Fässern zu erleichtern. Seither wurden immer mehr Spezialtransportgeräte für praktisch alle Güter und Branchen entwickelt. Aus ersten Patenten im Jahr 1953 sind bis heute über 200 weitere Schutzrechte geworden, die den Erfolg des Unternehmens mit prägen. 1968 wurden die ersten Gepäckwagen für Bahn- und Fluggäste produziert. 1978 ging die Einzelfirma in eine GmbH in Familienbesitz über. 1989 brachte Expresso den ersten Aluminium-Kofferkuli der Welt auf den Markt. Heute sind weltweit mehrere hunderttausend Kofferkulis auf Flughäfen und Bahnhöfen im Einsatz. 1990 zog sich August F. Manss aus dem Geschäftsleben zurück, die Firma wurde Teil der Joachim Loh Unternehmensgruppe. Im Jahr 1994 wurde das neue Kundenzentrum an der Antonius-Raab-Straße 19 bezogen, das bis heute Firmensitz ist. (ach)

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