Flexible Metallleitungen für nahezu alle industriellen Anwendungen

Kasseler bauen Spezialschläuche auch für Capri-Sonne

Höchste Konzentration und Präzision: Das Verbinden von Innen- und Außenschlauch sowie von Anschluss- und Übergangsstücken erfordert hohes handwerkliches Geschick. Unser Foto zeigt Robert Radzichowski.  Foto: Schachtschneider

Kassel. Die Produkte der Kasseler Bemoflex Berghöfer & Morsch GmbH sind alles andere als Weicheier.

Wo immer sehr heiße (bis zu 1000 Grad), aggressive oder gefährliche Flüssigkeiten und Gase geleitet werden müssen, können die flexiblen Metallschläuche und Dehnungsausgleicher (Kompensatoren) der kleinen, hochspezialisierten Manufaktur in der Wahlershäuser Straße ihre Stärken ausspielen.

Die Metallschlauch-Spezialisten: Marc C. Berghöfer (links) und Carsten Morsch. Foto: Schachtschneider

In Stahlwerken und chemischen/petrochemischen Anlagen, in der Luft- und Raumfahrt, im Maschinenbau, in der Lebensmittelindustrie, in der Erneuerbare-Energien-Technik und im Schiffsbau – kurzum in nahezu allen industriellen Bereichen – werden die im Durchmesser 0,4 bis 30 Zentimeter großen Alleskönner aus speziellen Edelstahllegierungen gebraucht.

Bekanntestes Produkt, das durch Berghöfer-Metallschläuche läuft, ist das weltweit hergestellte und verkaufte Fruchsaftgetränk Capri-Sonne. Die Kernkompetenz der Kasseler Schlauchprofis besteht vor allem darin, den gerippten Innenteil, das äußere Geflecht, das dem Ganzen die notwendige Druckfestigkeit und Stabilität verleiht, sowie Übergangs- und Anschlussstücke so miteinander in selbst entwickelten Verfahren und Anlagen zu verbinden, dass sie ein Leben lang halten.

„Das können nicht viele“, sagt Geschäftsführer Marc C. Berghöfer, der das Unternehmen gemeinsam mit Partner Carsten Morsch führt. Sie fühlen sich wohl in der lukrativen Nische. „In die Massenfertigung wollen wir nicht“, erklärt Berghöfer. In Deutschland hat er eine Handvoll Mitbewerber, weltweit noch einmal so viele.

Einer langsamen, behutsamen Expansion verweigern sich die Geschäftsführer aber nicht. Im Gegenteil. Erst unlängst hat das kleine Unternehmen ein Grundstück mit Gebäude in der Kasseler Straße in Fuldabrück erworben und will dort mehr als eine Million Euro investieren. Anfang 2015 soll die Firma umziehen. „Dort haben wir Raum für Wachstum und können unseren Beschäftigten ideale Arbeitsbedingungen anbieten“, sagt der 44-jährige Unternehmer, dessen Urgroßvater 1907 die Metallschlauch-Fertigung in Kassel gründete (siehe Hintergrund).

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Die Geschäfte laufen gut. Drei Millionen Euro setzt Berghöfer nach eigenen Angaben mit seinen knapp 20 Beschäftigten um. Beides – Umsatz und Belegschaft – könnten schon heute größer sein, wenn da nicht der Fachkräftemangel wäre. „Wir suchen Facharbeiter und junge Menschen, die bei uns lernen wollen“, sagt Berghöfer. Wie speziell das Geschäft mit den Edelstahlschläuchen ist, zeigt die lange Ausbildungsdauer für die Schweißer. Sechs bis acht Jahre braucht ein Schweißer, bis er die hohen Berghöfer-Anforderung erfüllt.

Das jetzige Betriebsgelände in Kirchditmold soll laut Berghöfer mit Wohnhäusern bebaut werden.

Von José Pinto

In unserer nächsten Folge stellen wir den weltweit tätigen Rückhol- und Überführungsdienst für Verstorbene, die Thor GmbH, vor.

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