Unterkünfte für Zehntausende Sicherheitskräfte in London werden mit Fassaden der Firma Vinylit errichtet

Kasseler bauen mit für Olympia

Basalt-Optik für britische Olympia-Bauten: Vinylit-Geschäftsführer Stefan Schmatz (vorn) und Mitarbeiter Daniel Mansfeld zeigen, wie die Fassadenprofile mit Steingranulat belegt werden. Foto:  Schwarz

Kassel. Bei den Olympischen Sommerspielen in London wird Bautechnik made in Kassel zum Einsatz kommen.

Die Firma Vinylit Fassaden in Waldau hat von den Olympia-Planern einen Auftrag für 22.000 Quadratmeter Fassadenelemente erhalten. Das entspricht der Fläche von gut drei Fußballfeldern.

Die mit Natursteingranulat belegten Kunststoffprofile werden allerdings nicht an den Londoner Sportstätten zu sehen sein. Es gehe vielmehr um die Sicherheit, sagt Vinylit-Geschäftsführer Stefan Schmatz. Zum Schutz vor terroristischen Vorfällen werden in der britischen Hauptstadt 40 000 Soldaten, Polizisten und Wachleute stationiert. Der größte Teil von ihnen muss zusätzlich untergebracht werden.

Dafür werden laut Schmatz an einigen Olympia-Standorten „temporäre Wohneinheiten“ geschaffen – Containerbauten, die man modular aneinandersetzen kann. Damit die nicht wie schnöde Container aussehen, kommen die Kasseler Fassadenspezialisten zum Zuge. Das Olympia-Konzept der Nachhaltigkeit schreibt laut Schmatz vor, dass die mobilen Bauten hinterher weiterverwendet werden müssen – ein Denkansatz, mit dem das Kasseler Unternehmen vertraut ist.

Die Fassaden, die Vinylit in über 100 Putz-, Holz- und Steinoptik-Varianten produziert, seien komplett recyclingfähig, sagt der Geschäftsführer und ergänzt: „Eigentlich sind wir ein Oberflächenspezialist.“ Bei vielen Gebäuden, an denen man täglich vorbeigehe, falle gar nicht auf, dass Putz oder Klinker nicht Bestandteil der Gebäudewände selbst, sondern eines vorgehängten Fassadensystems sind.

Öko-Systeme im Wettbewerb

Schmatz hält das für den „bauphysikalisch besten Fassadenschutz“, da durch eine Luftzirkulation im Wandaufbau kaum etwas schimmeln könne. Solche Fassaden müssten auch nicht regelmäßig neu gestrichen werden, sondern seien mit einem Dampfstrahler einfach zu reinigen. Gerade für ältere Wohnbauten sei die Technik praktikabel, denn mit einer Dämmung zwischen Wand und Fassade könnten mit überschaubarem Aufwand aktuelle Energiestandards erreicht werden.

Gleichwohl, so Schmatz, stehe Vinylit „im harten Wettbewerb der energetischen Systeme untereinander“. Ob neue Fenster, Dach- oder Fassadensanierung, eine neue Heizung oder eine Solaranlage – der Hausbesitzer könne sein Geld immer nur einmal ausgeben. „Da sind laufende Subventionsprogramme oft das stärkere Argument als die nackte Einsparung“, sagt Stefan Schmatz. Auf dem Fassadensektor stehe man in direktem Wettbewerb mit Wärmedämm-Verbundsystemen, welche direkt auf die Außenwände aufgebracht werden.

400.000 Quadratmeter Fassadenfläche fertigt Vinylit jedes Jahr und liefert an Fassadenbauer und den Baustoffhandel. Über Handelspartner ist das Unternehmen in 21 Ländern aktiv. Die Hauptmärkte neben Deutschland sind Frankreich, die Niederlande, Russland sowie England, wo am 27. Juli die Olympischen Spiele beginnen.

Von Axel Schwarz

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