Kasseler Firma Autarcon

Sauberes Trinkwasser für alle

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Sauberes Trinkwasser für alle

Kassel. Erfolgreiches aus Kassel stellen wir in unserer neuen Serie zum Stadtjubiläum im Jahr 2013 vor. Es geht um Erfindungen, Entdeckungen, Forschung und Innovation, aber auch um herausragende Produkte und Dienstleistungen „Made in Kassel“.

Annähernd 800 Millionen Menschen auf der Erde haben kein sauberes Trinkwasser. Und jeden Tag sterben laut Weltgesundheitsorganisation mehr als 3000 Kinder an Durchfall, weil sie verseuchtes Wasser trinken. Florian Benz (32) und Alexander Goldmaier (39) wollen das ändern.

Die beiden Geschäftsführer der Autarcon GmbH haben eine Wasseraufbereitungsanlage erfunden, die ohne großen Aufwand, preiswert, solide und mit Hilfe von Strom aus Sonnenlicht in Entwicklungsländern für sauberes Trinkwasser sorgt.

Bereits im Studium arbeiteten die beiden Elektrotechnik-Diplomingenieure an einer Wasserdesinfektionsanlage, die keine Verschleißteile hat, ohne Batterien funktioniert und auch von technisch Ungeschulten bedient und gewartet werden kann. Ihr SuMeWa-System – die Abkürzung steht für Sun Meets Water – kostet maximal 15 000 Euro, kann in einer einzigen Kiste verschifft werden und täglich zehn Kubikmeter Süßwasser desinfizieren.

Das reicht als Trinkwasser für 3000 Menschen. Im Hinblick auf Anwenderfreundlichkeit, Robustheit, Lebensdauer und Einsetzbarkeit gibt es derzeit weltweit kein vergleichbares System. Noch werden die Trinkwasseraufbereitungsanlagen in Kleinserie und Handarbeit gebaut. „Wir tüfteln daran, das Gerät weltweit zu vermarkten“, sagt Umweltingenieur Philipp Otter (28), der mit zum Autarcon-Team gehört.

Dazu zählen auch Wolfgang Kraus, der gerade den Vertrieb in Thailand organisiert, und die Wirtschaftsingenieurin Sabrina Tesche. Die Firma wurde beim Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ und bei der Intersolar-Messe München 2011 ausgezeichnet. (ach)

Hintergrund

So funktioniert die SuMeWa-Wasseraufbereitungsanlage

Zwei Fotovoltaik-Module mit einer Leistung von 120 Watt wandeln Sonnenlicht in Gleichstrom um, der eine Wasserpumpe antreibt. Das Süßwasser wird aus einem Brunnen, Fluss oder Teich gepumpt, gefiltert und dabei von Trübstoffen befreit. Dann wird das natürliche Chlorid im Wasser ebenfalls per Sonnenstrom in einem elektrolytischen Prozess in Chlorgas umgewandelt. Das Chlor bleibt im Trinkwasser und hält es bakterienfrei. Deshalb kann das so aufbereitete Wasser auch längere Zeit in einem Tank aufbewahrt oder in Wasserleitungen eingespeist werden.

Die an der Kasseler Universität erfundene und von der jungen Firma Autarcon gebaute Wasseraufbereitungsanlage kann pro Stunde 400 Liter Trinkwasser herstellen, wenn die Sonne scheint. Wird zusätzlich eine Batterie verwendet, kann Solarstrom gespeichert werden und die Anlage rund um die Uhr Trinkwasser produzieren – maximal annähernd zehn Kubikmeter täglich. (ach)

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