Freiheit auf Rädern

Kasseler rüstet Busse zu Campingmobilen um und vermietet sie

Baute innerhalb eines Jahres einen Verleih von Campingbussen auf: Der 37-jährige Jan Lietzmann hängte seinen Job an den Nagel, um seinen Traum zu verwirklichen. Fotos: Ludwig

Jan Lietzmann hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, 2014 macht er dann Ernst: Er kündigte seinen Job beim Roten Kreuz und begann, einen Verleih für Campingbusse aufzubauen.

Unter dem Namen „Kleine Freiheit Camper“ verleiht der Kasseler inzwischen drei selbst umgebaute Busse für Urlaube, Wochenendtrips, Festivals, Junggesellenabschiede und mehr.

Am Anfang brauchte es Mut und den Glauben an die eigene Idee: „Im September 2014 schrieb ich meinen Businessplan, nahm meine Ersparnisse und überzeugte die Banken von meinem Konzept“, erzählt der 37-jährige Sozialpädagoge. Das Ziel: Eine Alternative zum Wohnmobilverleih schaffen. „Da gibt es schon viele gute Anbieter – auch in Kassel. Statt großer Fahrzeuge wollte ich kleine wendige Busse mit ein bisschen Komfort“, sagt der Firmengründer.

Entstanden war die Idee durch einen Urlaub in Australien, bei dem er wochenlang mit einem Camping-Van unterwegs war. „Die Nähe zur Natur und den Menschen – es war der tollste Urlaub, den ich je gemacht habe.“

Voll ausgestattet: Die Küche hinter der Heckklappe des Busses.

Wichtig sei es, so Lietzmann, nicht nur ein Auto zu vermieten, sondern ein Gefühl. Vermutlich haben auch deshalb seine Busse Namen wie „Lotti“, „Das Sabinsche“ und „Mr. Bender“. Er hatte die Fahrzeuge (zwei VW T 5 und ein Mercedes Vito) gebraucht gekauft und diese umgerüstet. Gemeinsam mit einem befreundeten Tischler entwickelte er eine multifunktionale Küche, die sich hinter der Heckklappe befindet. Sie ist mit einem Gasherd, Spüle und Kühlschrank ausgestattet und beinhaltet alles, was ein Camper zum Kochen braucht.

Solarfeld auf dem Dach

Die restliche Fläche im Bus ist durch ein Bett belegt, das sich mit einfachen Handgriffen zu einer Sitzgruppe umbauen lässt und zudem Stauraum für Gepäck bietet. Auf dem Dach der Busse befinden sich Solaranlagen, die während der Standzeiten für Strom sorgen. Maximal drei Personen können mit den Campern unterwegs sein. Von Juni bis August sind Lietzmanns Busse ziemlich gut gebucht. „Anfangs hatte ich gedacht, vor allem junge Menschen würden die Busse mieten. Die Erfahrung zeigt, über die Hälfte ist über 50.“ In jedem Auto gibt es ein Reisetagebuch: Diese erzählen bereits von Fahrten auf Mittelmeerinseln, Surfurlauben in Südfrankreich und Touren durch rheinland-pfälzische Weinberge.

• Die Miete kostet in der Hauptsaison (Juni-August) 89 Euro pro Tag, in der Nebensaison (April-Mai und September-Oktober) 73 Euro. Im Winter pausiert der Verleih. In den Preisen sind 300 Freikilometer pro Leihtag inklusive. Wer mehr fährt, zahlt 20 Cent pro Extra-Kilometer. www.kleine-freiheit-camper.de

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